Auf einem LKW, der Schrott aus Berliner Abrisshäusern nach Polen transportiert, wird eine Leiche gefunden. Ihre Ähnlichkeit mit dem Kripo-Kommissar Franz Markowitz lässt das Gerücht entstehen, er sei Opfer eines Verbrechens geworden. Markowitz, der als Letzter von seinem angeblichen Tod erfährt, übernimmt den Fall. Er identifiziert seinen Doppelgänger als den Tischlermeister Selitz, dem kurz vor seinem Tod die mit hohen Existenzgründungsdarlehen finanzierte Werkstatt in einem Wohn- und Gewerbeblock in Berlin-Mitte gekündigt wurde. Der Ostberliner Eigentümer des inzwischen begehrten und im Wert beträchtlich gestiegenen Grundstücks hat sich mit einem Westberliner Makler zusammengetan und mit der "Entmietung" des Gebäudes begonnen, um freie Bahn für die zukünftige Nutzung der Immobilie zu haben. Markowitz vermutet, dass Selitz etwas in der Hand hatte, was diese Pläne hätte verhindern können - und er findet dieses Druckmittel schließlich im Zusammenhang mit der Geschichte des Hauses, das wie zahlreiche andere im ehemaligen Scheunenviertel in jüdischem Besitz war ...

Nach dem Ausstieg von Heinz Drache als Berliner Kriminalhauptkommissar Hans Georg Bülow im Jahr 1989 sollte es zwei Jahre dauern, bevor mit dem Berliner Jung und Fassbinder-Schauspieler Günter Lamprecht ("Berlin Alexanderplatz") ein neuer Ermittler präsentiert wurde. Dieser vierte von insgesamt acht Krimis um den spröden Kriminalhauptkommissar Franz Markowitz ist eine frühe Regiearbeit des inzwischen vielfach ausgezeichneten Regisseurs und Drehbuchautors Matti Geschonneck, der in der Folgezeit noch drei weitere Episoden mit Lamprecht drehte.

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