Was für eine Crew: Eggbert, Marnie, das talentierte Zebra und der Wachhund Elvis (von links) werden verdächtigt, eine Diebesbande zu sein. Das ist doch unmöglich, oder?
Versteckte Reminiszenz: Christoph und Wolfgang Lauenstein inszenieren mit "Die sagenhaften Vier" die Bremer Stadtmusikanten neu.

Die sagenhaften Vier

KINOSTART: 18.04.2019 • Animation • D / BE (2018) • 92 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Marnie's World
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
D / BE
Filmstudio
Scopas Medien, Philm CGI, Seven Pictures, Schubert International Filmproduktions, SCOPE Pictures, Lauenstein & Lauenstein, UFA Fiction, Grid Animation
Budget
9.000.000 USD
Einspielergebnis
3.882.729 USD
Laufzeit
92 Minuten
Regie
Wolfgang Lauenstein, Christoph Lauenstein
Music
Andreas Radzuweit

Filmkritik

Flucht nach vorn
von Claudia Nitsche

Der deutsche Animationsfilm "Die sagenhaften Vier" kann optisch zwar nicht mit den großen Vorbildern aus Hollywood mithalten. Aber das hat auch sein Gutes.

Nein, man hat es nicht leicht als Tier in Obhut dieser seltsamen Menschen. Davon können der Yoga praktizierende Hahn Eggbert und das künstlerisch begabte Zebra Mambo Dibango ein Lied singen. Noch schlechter wird Wachhund Elvis behandelt, der immer angekettet ist. Dabei ist er doch so ängstlich! Ganz anders, aber nicht besser, geht es der Hauptfigur im deutschen Animationsfilm "Die sagenhaften Vier", der rundlichen Katze Marnie. Die wird zwar nach Strich und Faden verwöhnt, kennt aber die Welt da draußen nicht. Zeit für ein Abenteuer und ein bisschen mehr Selbstbewusstsein.

Marnie hätte schon längst einen Fluchtreflex spüren müssen, denn sie darf bei Tisch zwar sitzen, aber nicht schmutzen, und sieht in ihrem Zimmer immer wieder die gleiche Lieblingskrimiserie im Fernsehen. Die Dialoge hat sie bereits auswendig gelernt. Ihr Frauchen Rosalinde backt Kuchen und staubt Marnies ausgestopfte Vorgänger auf dem Wohnzimmerregal ab. Doch als Rosalindes im Rollstuhl sitzender Stiefbruder zu Besuch kommt und gesundgepflegt werden will, ist die aufmerksame Katze schnell in einen Kriminalfall involviert, allerdings nicht, wie sie glaubt, als Spezialagentin.

Das Schicksal führt die Wege dieser vier unzufriedenen Tiere auf niedliche Weise zusammen. Der Wachhund lief vor seinem Herren weg, der Hahn offenbar vor seinen Hennen, und das Zebra Mambo Dibango ist einfach ein verkannter Künstler mit einem kleinen Geheimnis. Man rauft sich zusammen und löst schließlich ambitioniert eine seltsame Einbruchserie. Dank gibt es allerdings keinen, vielmehr werden die vier lustigen Gesellen verdächtigt, die Diebe zu sein.

Die tierischen Helden aus "Die sagenhaften Vier" sind hübsch gezeichnet, aber nicht über die Maßen verrückt animiert. Sie laufen auf zwei Beinen und haben jede Menge neurotische Dialoge auf Lager, das muss reichen. Die Animationen des Films sind zwar wenig spektakulär, aber dieses bescheidene Niveau macht "Die sagenhaften Vier" zu einem klassischen Kinderfilm, wie es ihn heute fast nicht mehr gibt. Für die eher brave Inszenierung sorgten die Brüder Christoph und Wolfgang Lauenstein ("Balance", "Luis und die Aliens"), die auch das Drehbuch schrieben. Und brav heißt in diesem Fall: angenehm, angemessen.

Die Geschichte wird logisch aufgedröselt und dient nicht in erster Linie dem Abfeuern visueller Effekte. Es wird sogar ein klein wenig Platz für Medienkritik gelassen und voller Inbrunst das hohe Lied der Freundschaft gesungen. Und mit der Schauspielerin Alexandra Neldel (als Hauskatze Marnie) und "Tatort"-Kommissar Axel Prahl (als Wachhund Elvis) sind ein paar prominente Synchronstimmen mit an Bord.

Was man kaum merkt, ist die Referenz zu den "Bremer Stadtmusikanten", mit der der Film beworben wird. Parallelen zum Märchen der Gebrüder Grimm fallen keineswegs gleich ins Auge, auch nicht, wenn sich das Zebra als Esel entpuppt und von Räubern die Rede ist. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass sich diese Verbindung im Wesentlichen auf die ausgewählten Tiere bezieht. Gekommen ist das Ganze so: Christoph und Wolfgang Lauenstein drehten vor einigen Jahren für die Stadt Bremen kurze animierte Spots mit den Hauptfiguren aus den "Bremer Stadtmusikanten". Dafür entwickelten sie vier Tiere aus Knete, die so gut ankamen, dass sie entschieden, die Idee weiterzuverfolgen – "Die sagenhaften Vier" war geboren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Alexandra Neldel lacht in die Kamera. Trägt Zopf
Alexandra Neldel
Schauspieler und "Tatort"-Star Axel Prahl.
Axel Prahl
Weitere Darsteller
Erik Borner Sylvain Urban Obada Adnan Addison Rae Susan Tackenberg Alison Paule-Rippier Mark Rossman Andy Valvur Mike McAlpine Tony Clark

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