Die Überwachungskameras des Regimes hingen überall

Aus Liebe zum Volk

KINOSTART: 22.04.2004 • Dokumentarfilm • Deutschland, Frankreich (2004) • 88 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Aus Liebe zum Volk
Produktionsdatum
2004
Produktionsland
Deutschland, Frankreich
Laufzeit
88 Minuten
Schnitt

Im Februar 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer, wird das Ministerium für Staatssicherheit aufgelöst. Das Ende der Stasi ist gekommen. Major S. war einer ihrer Offiziere. 20 Jahre arbeitete er als Beamter im Dienst der Gesellschaft . Aus Liebe. Einer bedingungslosen,absoluten Liebe für sein Volk . Einer misstrauischen und blinden, einer zerstörerischen Liebe. Jetzt dreht der Wind. Das Regime, dem er seit 20 Jahre dient, bricht zusammen. Herr S. steht vor der Entlassung. Er sitzt in seinem Büro, das bald nicht mehr das seine ist. Wenn er durch die Tür geht, wird er nicht mehr zurückkehren. An seinem letzten Tag im Büro berichtet er detailliert über sein Leben und die 20 Jahre, die er im Herzen dieser Institution gearbeitet hat...

Der Dokumentarfilm von Eyal Sivan ("Ein Spezialist") und Audrey Maurion nimmt den Monolog des Herrn S. zur Folie einer Montage und verbindet ihn mit der filmischen Reise durch das erstmals erschlossene Filmarchiv der Gauck-Behörde owie mit Material aus privaten und öffentlichen Archiven: Stasi-Schulungsfilme, Mitschnitte von Verhören, Alltagsaufnahmen. Der Film konfrontiert den Zuschauer mit der Denk- und Bilderwelt eines Überwachungsstaates und fordert die aktive Auseinandersetzung mit Filmbildern, die oft mehr über den Aufnehmenden verraten als über den Gefilmten. Ein kluger, überraschender Film über Überwachung und Blindheit, über Glauben und Desillusion.

Foto: Piffl Medien

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