Ein Gesicht, das man kennt: Andreas Schmidt in "Sommer vorm Balkon".
Fotoquelle: x-Verleih

Andreas Schmidt

Lesermeinung
Geboren
23.11.1963 in Heggen, Deutschland
Gestorben
28.09.2017 in Berlin, Deutschland
Sternzeichen
Biografie

"Guten Tag, ich heiße Schmidt, und ich mache alles mit!" Es schien fast, als sei der Lindenberg-Song das Motto, nach dem Andreas Schmidt seine Rollen auswählte. Natürlich machte er nicht wirklich alles mit, aber zumindest ließ er sich nicht auf eine bestimmte Rolle festlegen und erschien mal in Komödien, mal in Dramen, mal als netter Kerl von nebenan, als vielschichtiger Charakter oder als fieser Kerl.

In seinem ersten Film - "Alwin auf der Landstraße" (1974) - spielte er bereits als 11-jähriger mit. Ein Kinderstar wurde er nicht. Vielmehr beendete er die Schule und studierte anschließend Germanistik und Philosophie. Nach Beendigung seines Studiums belegte Andreas Schmidt einige Regie- und Schauspielseminare und sammelte im Anschluss erste Erfahrungen durch Bühnenengagements in Berlin, Bonn, Dortmund und Mannheim.

Neben der Schauspielerei trat er als Sänger der Rockband "Lillies große Liebe" auf. 1987 gab er sein Kinodebüt in Adolf Winkelmanns Krimikomödie "Peng! Du bist tot!". Ein Jahr später folgte eine kleine Rolle in dem Musical "Linie 1". Weitaus mehr Aufsehen erregte er 1998 in der Rolle des Alex in Eoin Moores Film "Plus-minus null". Für seine Darstellung erhielt er beim Sochi International Film Festival den Preis für den besten Schauspieler. Der in Berlin lebende irische Regisseur besetzte Andreas Schmidt nach dieser ersten Zusammenarbeit noch in weiteren Rollen, unter anderem als Axel in "Conamara" und als Laxe in "Pigs Will Fly". Die letztgenannte Rolle brachte ihm eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein. Es folgten drei weitere gemeinsame Arbeiten "Im Schwitzkasten" (2005), "Polizeiruf 110 - Jenseits" (2006) sowie Moores "Tatort"-Debüt "Tatort - Altlasten".

Auf den ersten Blick erschien Schmidt als durchschnittlicher Typ, aber er war ein ungewöhnlicher Schauspieler, dem es durch sein ausdrucksvolles Spiel gelang, aus dem Durchschnitt auszubrechen und einen tiefen Eindruck zu hinterlassen. Sein Gesicht blieb dem Zuschauer auch dann im Gedächtnis, wenn er nur eine Nebenrolle spielte. Oft erschien er als der, dem man nichts zutraut, der sich dann aber als vielschichtige Person entpuppt.

Privat entsprach er dem, was man mit seinem gewöhnlichen Namen verbindet. Er war nicht der deutsche Film- und Fernsehstar, der auf dem roten Teppich überzeugt, sondern der durch seine Rollen von sich reden machte. Und diese Rollen waren ausdrucksstark, mehrschichtig, schwierig. Es waren Charaktere und nicht bloß oberflächliche Stereotype. Trotz seines intensiven Spiels wirkte er oft im Hintergrund, so dass vielen entgangen sein dürfte, dass er in zwei Oscar prämierten Filmen mitspielte: In Pepe Danquarts provokanten Kurzfilm "Schwarzfahrer" (1994) und in Stefan Ruzowitzkys "Die Fälscher".

Markant waren auch seine Rollen in der Jugendgeschichte "Bin ich sexy?" (2004), in dem deutschen Kassenschlager "Rennschwein Rudi Rüssel 2" (2007) sowie in der Tatort-Episode: "Tatort - Borowski und das Mädchen im Moor". Neben seinen Schauspielengagements überzeugte Andreas Schmidt auch mit verschiedenen Regiearbeiten an Berliner Bühnen.

Am 28. September 2017 ist Andreas Schmidt in seiner Wahlheimat in Berlin nach längerer Krankheit im Alter von nur 53 Jahren gestorben.

Weitere Filme mit Andreas Schmidt: "Der Leibwächter", "Der Rosengarten" (beide 1989), "Because", "Stille Betrüger" (beide 1990), "Die Zauberflöte", "Leo und Charlotte" (beide 1991), "Le Nozze di Figaro", "Im Namen des Gesetzes" (beide 1994), "Wilder Westerwald", "Inseln unter dem Wind" (beide 1995), "Das Leben ist eine Baustelle" (1997), "Kidnapping Mom & Dad", "Der Schnapper: Blumen für den Mörder", "Kai Rabe gegen die Vatikankiller" (alle 1998), "Ein starkes Team", "Die Meistersinger von Nürnberg", "Liebe ist stärker als der Tod", "Siebenstein" (alle 1999), "Crazy" (2000), "Paris-Teltow", "Julies Geist", "Der König vom Block", "Planet Alex", "Der Solist - Niemandsland", "Heidi M.", "Viktor Vogel - Commerical Man", "Herzrasen", "Gnadenlose Bräute", "Schutzengel gesucht" (alle 2001), "99 Euro Films", "Gangster", "Erotic Tales - Porn.com", "Balko" (alle 2002), "Eierdiebe", "Beach Boys - Rette sich wer kann", "Wolffs Revier", "Alltag", "Das Wunder von Lengede", "Polizeiruf 110 - Die Schlacht", "Polizeiruf 110 - Dettmanns weite Welt" (alle 2003), "Liebe auf Bewährung", "Männer wie wir", "Hunger auf Leben", "Farland", "Ich will laufen - Der Fall Dieter Baumann", "Der Boxer und die Friseuse", "Liebe in der Warteschleife", "Folge der Feder!" (alle 2004), "Das Gespenst von Canterville" (Sprecher), "SK Kölsch", "Sommer vorm Balkon", "Stromberg", "Polizeiruf 110 - Dettmanns weite Welt" (alle 2005), "Beutolomäus und der geheime Weihnachtswunsch", "Gefangene", "Mutterglück", "Löwenzahn", "Neandertal", "Tatort - Aus der Traum" (alle 2006), "Der Kriminalist" (TV-Serie), "Rumpelstilzchen", "Krauses Fest", "Tatort - Roter Tod" (alle 2007), "Die Anstalt - Zurück ins Leben", "Fleisch ist mein Gemüse", "Der Mond und andere Liebhaber", "Tatort - Der tote Chinese", "Die Rebellin" (alle 2008), "Donna Leon - Wie durch ein dunkles Glas", "Krauses Kur", "Liebling, weck die Hühner auf", "Aghet - ein Völkermord" (Sprecher, alle 2009), "Henri 4", "Engel der Gerechtigkeit" (beide 2010), "Das dunkle Nest", "Das Mädchen auf dem Meeresgrund", "Krauses Braut", "Tage, die bleiben", "Die zertanzten Schuhe" (alle 2011), "Deckname Luna", "Die Abenteuer des Huck Finn" (beide 2012), "Banklady" (2013).

Filme mit Andreas Schmidt

BELIEBTE STARS

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