Andreas Schmidt ist tot. Der Schauspieler und großartige Charakterdarsteller ist am Donnerstag mit nur 53 Jahren in seiner Wahlheimat Berlin nach längerer Krankheit gestorben. Das gab die Agentin des Schauspielers am Freitag bekannt.

So gewöhnlich sein Name, so ungewöhnlich war das Spiel des gebürtigen Finnentropers. Andreas Schmidt war groß, fast schon comichaft dünn, und sein Gesicht transportierte irgendwie etwas Tragikomisches. Eigentlich ein klassischer Nebendarsteller – wenn es nicht immer wieder dazu gekommen wäre, dass seine Porträts von Randfiguren den eigentlichen Hauptrollen die Schau stahlen.

So richtig bekannt wurde der einstige Germanistik- und Philosophie-Student 2005 durch den Andreas-Dresen-Film "Sommer vorm Balkon". Dort spielte er einen Macho-Trucker, der bei Nadja Uhl einzieht. Seitdem hatte man das Glück, Andreas Schmidt öfter in TV und Kino zu sehen: mal als verzweifelten Mörder im "Tatort" ("Borowski und das Mädchen im Moor", 2008) oder "Polizeiruf 110" ("Familiensache", 2014), mal als Stimmungssänger Gurki in der verfilmten Heinz-Strunk-Biografie "Fleisch ist mein Gemüse" (2008). Für diese Rolle erhielt Schmidt 2009 den Deutschen Filmpreis für die beste männliche Nebenrolle.

Im selben Jahr widmete ihm das ZDF sogar eine eigene Filmreihe im Spätprogramm. Ihr treffender Titel: "Andreas Schmidt – Der Ungewöhnliche". 2011 erhielt Schmidt den Grimme-Preis für seine Darstellung eines lebensmüden Fernbusfahrers in der Tragikomödie "Ein guter Sommer". Seinen letzten Kino-Auftritt hatte er im Februar dieses Jahres in der Neuauflage des Kinderfilm-Klassikers "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen".

Andreas Schmidt hinterlässt seine Frau und seinen Sohn. Hier geht's zu seiner ausführlichen Biografie.


Quelle: teleschau – der Mediendienst