In der kanadischen Serie "Unerwünscht", die ARTE ab Donnerstag zur besten Sendezeit ausstrahlt, zieht sich eine Stadtbewohnerin in ein abgelegenes Provinznest zurück. Willkommen ist sie dort allerdings nicht.

Idyllisch ist es hier in Fatale-Station, einem kleinen Kaff irgendwo im französischen Teil Kanadas. Genau 1804 Einwohner, so verrät es das Schild am Bahnhof des Städtchens, an dem nur alle paar Tage ein Zug vorbeikommt. Dass hinter dieser beschaulichen Welt Abgründe lauern, wird allerdings schon in den ersten Minuten der ARTE-Serie mit dem etwas ungelenken Titel "Unerwünscht" klar: Da taucht eine Frau in Fatale-Station auf, die zuvor einen Mann niedergestochen hat, irgendwo weit weg vom Provinzidyll. Nun sucht sie Unterschlupf. Erwünscht ist sie hier jedoch nicht.

Denn es sind verschlossene, ja fast feindselige Charaktere, die die zehnteilige kanadische Serie bevölkern, die bei ARTE nun erstmals zu sehen ist. Die alte Jean O'Gallagher (Micheline Lanctôt) etwa ist ein wahres Biest von einer Frau. Der halbe Ort gehört ihr, und so residiert sie nun in ihrem viel zu großen Haus und bestimmt noch immer über die Geschicke in Fatale-Station. Als jene Frau auf der Flucht im Örtchen auftaucht, teilt O'Gallagher ihr nur mit, sie möge doch bald wieder verschwinden. Sarah Dembski, so heißt der Neuankömmling, gibt sich aber hartnäckig. Sie ist entschlossen, in dem Ort ein neues Leben zu beginnen.

Alles andere als ein Paradies

Warum Sarah (Macha Limonchik) auf der Flucht ist, wird sehr bald aufgedeckt. Warum sie aber gerade Fatale-Station als Zufluchtsort gewählt hat, bleibt zunächst ihr Geheimnis. Denn auch wenn der Ort idyllisch inmitten von Wäldern liegt, ist das Nest alles andere als ein Paradies. In der verlassenen Dorfkirche hetzt ein Populist (Alexis Martin) gegen den amtierenden Bürgermeister, und der Konflikt mit den Ureinwohnern aus den Wäldern der Umgebung droht zu eskalieren.

Das Motiv, das "Unerwünscht" durchspielt, ist nicht neu: Außenseiter trifft auf Dorfbewohner, und jeder trägt ein Geheimnis mit sich herum, ein dunkles natürlich. Abgegriffen wirkt die Serie von Rafaël Ouellet dennoch nicht. Der Regisseur setzt ganz auf eine unheimliche, aber nicht übertrieben bedrohliche Kulisse und baut langsam eine soghafte Atmosphäre auf. Dabei kann er sich ganz auf ein tolles Ensemble verlassen, allen voran Macha Limonchik als undurchsichtiger, aber sympathischer Eindringling.

ARTE zeigt immer donnerstags drei beziehungsweise zum Schluss vier Folgen am Stück.


Quelle: teleschau – der Mediendienst