Mit der "Sexbombe von nebenan", so der leicht misszuverstehende Titel der Dokumentation von Viktor Stauder, ist keineswegs die heiße Nachbarin gemeint. Vielmehr erzählt der Film künstlerisch anspruchsvoll die aufregende Geschichte der Pin-ups.

Über Jahrzehnte hinweg hingen die schlanken Schönheiten mit langen Beinen, üppiger Oberweite und Wespentaille in ungezählten Männerspinden. Und das nicht nur bei der Bundeswehr. Hart an der Grenze zwischen Erotik und Kunst schienen die gezeichneten oder fotografierten Mädchen mitten im digitalen Zeitalter vor dem Aus. Umso erstaunlicher ist, dass sie gerade jetzt in einer Flut der Bilder aus dem Netz ihre Renaissance erleben. Verantwortlich dafür sind beispielsweise die Künstler David Perry und der Engländer Jaroslav Wieczorkiewicz. In dem 45-minütigen Film lassen sie die Geschichte der Pin-ups Revue passieren und zeigen, wie sie auch mithilfe moderner Techniken die "Sexbomben von nebenan" neu erfinden.

"Die Kondom-Story" folgt im Anschluss

Im Anschluss an die Pin-ups bleibt der frühe Mittwochabend bei 3sat "schlüpfrig". "Die Kondom-Story" ab 21 Uhr blickt nicht nur auf die Erfindung eines "Markenkondoms ohne störende Naht" zurück. Der Film ist vielmehr eine Sittengeschichte in den Umbruchszeiten des 20. Jahrhunderts.

Julius Fromm wurde in den 1920er-Jahren durch seinen "hauchdünnen Gummi-Überzieher" zu einem wohlhabenden Fabrikanten. Doch bereits 1936 begann unter dem NS-Regime eine üble Hetzkampagne gegen den jüdischen Unternehmer. Julius Fromm und seiner Familie blieb nur die Flucht aus Nazi-Deutschland.


Quelle: teleschau – der Mediendienst