Die ARD-Schmonzette "Hochzeit in Rom" lohnt sich maximal aufgrund der beeindruckenden Kulisse der ewigen Stadt. Ansonsten erinnert der Film von Regisseur Olaf Kreinsen an eine 50er-Jahre-Schnulze.

Verliebt, verlobt, verheiratet – und das alles binnen einer Woche. So jedenfalls der Plan von Max (Matthias Zera) und seiner herzallerliebsten Bianca (Federica Sabatini). Die Kellnerin und der Architekt lernen sich in Mailand kennen, verbringen eine romantische Nacht zusammen, und schon schwört der Deutsche der Italienerin die ewige Liebe. Er reist ihr nach in ihre Heimatstadt Rom, nur um herauszufinden, dass Bianca eine echte Prinzessin ist und ihre Kindheit in einem altehrwürdigen Palazzo mitten in der Ewigen Stadt verbracht hat. Wem das schon zu viel an Schmalz ist, der dürfte mit "Hochzeit in Rom" eher schlecht als recht fahren. Denn: So geht es weiter!

Bianca, die Tochter des Adelspaars Gioia (Stefania Rocca) und Vibaldo D'Arcadia (Ricky Tognazzi), Enkelin von Donna Constanza (Elena Cotta), lässt sich von ihrem Max überzeugen, dass es bei einer Ehe nicht wichtig ist, wie lange man sich vorher kennt, sondern was man füreinander empfindet. Und so steht bald fest: Die beiden wollen die spontane Hochzeit durchziehen, komme, was wolle. Vor allem Biancas Mutter ist wenig begeistert von den Plänen des Liebespaares, und auch Max' Eltern, Walter (Harald Krassnitzer) und Eva Hauser (Krassnitzers Ehefrau Ann-Kathrin Kramer), sind einigermaßen überrascht von der Eile ihres Sohnes.

Die Hausers reisen nach Rom, um sich die Angebetete ihres Sohnes und deren Familie einmal genauer anzusehen. Und vor allem Walters schlimmste Befürchtungen den alten Adel betreffend werden bestätigt. Obwohl im alten Palazzo nahe des Campo de' Fiori schon ordentlich der Putz bröckelt, begegnet Gioia den zukünftigen Schwiegereltern ihrer Tochter mit einer ordentlichen Portion Herablassung. Und dann taucht plötzlich auch noch die hübsche Stewardess Xenia (Annika Ernst) auf und droht, alles zu ruinieren.

Alle Wege führen nach Rom, so sagt man. Offensichtlich auch die Wege des Regisseurs Olaf Kreinsen, der die ARD-Schmonzette in der Ewigen Stadt drehte. Es gibt wohl auch wenige beeindruckendere Kulissen als die Stadt am Tiber, und das ist dann auch ein guter Grund, den kitschigen Film bis zum Ende durchzustehen: Rom ist einfach immer eine Reise wert, und sei es nur vor dem Fernsehbildschirm. Ansonsten hat "Hochzeit in Rom" leider wenig zu bieten. Der ganze Film wirkt wie eine alte 50er-Jahre-Schnulze, nur leider ohne den Reiz des Nostalgischen. Nicht einmal ein Harald Krassnitzer kann da noch viel retten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst