Der Tod des über 80-jährigen Willy Schubert kam nicht überraschend, denn er war lange schon schwer krank. Doch ein aufmerksamer Amtsarzt entdeckt, dass Schuberts Tod von einer Medikamentenvergiftung verursacht wurde. Nun müssen Thorsten Lannert und Sebastian Bootz innerhalb der trauernden Familie ermitteln. Da ist Tochter Eva, gefangen im Konflikt, sich um die Eltern zu kümmern und trotzdem ihren Beruf und ihre Kinder nicht zu vernachlässigen. Ihr Mann Holger, vom Schwiegervater stets gefördert, ist inzwischen zwar offiziell der Leiter der Kanzlei, aber trotzdem abhängig von der Zustimmung des Alten. Und Peter, der Sohn, dessen Gefühl für familiäre Verbundenheit wesentlich lockerer ist, der aber sein Erbe sehr gut gebrauchen könnte. Selbst Brise, 55 Jahre lang Willys geliebte Ehefrau, die wegen beginnender Demenz immer weniger in der Realität lebt, ist nicht außer acht zu lassen. Die Kommissare fragen sich aber auch, warum der Hausarzt der Schuberts die Lebenserwartung seines Patienten so ganz anders beurteilte als alle anderen Ärzte ...

Der aus Irland stammende und in Berlin lebende Regisseur Eoin Moore inszenierte mit seinem "Tatort"-Debüt einen spannenden wie zu Herzen gehenden Fall um das gut aufgelegte Stuttgarter Duo, bei dem auch unangenehme Themen wie etwa Altersdemenz angesprochen werden. Moore, der zuvor das Dramen ("Plus-minus null"), Krimis ("Polizeiruf 110 - Jenseits") und Komödien ("Im Schwitzkasten") drehte, setzte hier auf eine Geschichte, in der soziale Fragen einen wichtigen Platz einnehmen. Die schlüssige Vorlage stammt von der Krimi erfahrenen Kathrin Bühlig ("Bella Block - Weiße Nächte", "Ein starkes Team - Hungrige Seelen", "Tatort - Schwarzer Peter").

Foto: SWR/Stephanie Schweigert