Maxim Mehmet

Maxim Mehmet in einer Doppelrolle in "66/67 -
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Maxim Mehmet in einer Doppelrolle in "66/67 - Fairplay war gestern"
Fotoquelle: farbfilm (Barnsteiner)
Maxim Mehmet
Geboren: 02.07.1975 in Kassel, Deutschland

Sein Großvater, ein Krimtatar, ist der Grund, warum Maxim Mehmet einen für einen deutschen Schauspieler recht exotischen Nachnamen trägt. Für den Vornamen - nicht minder exotisch - zeichnen die Eltern verantwortlich. Alt-68er, die mit dem damals vierjährigen Maxim auf einen Bauernhof außerhalb von Kassel zogen, Tiere hielten und selbst Brot backten. Dass Mehmet angibt, dass er bereits seinerzeit auf dem Bauernhof erste Theatererfahrungen sammeln konnte, ist ebenfalls etwas, was man durchaus als "exotisch" bezeichnen kann. Seine Mutter hatte ein Puppentheater und hier schnupperte der Mime nicht nur Stall- sondern auch Theaterluft. Später spielte er auf der Schulbühne und in einigen Off-Theatergruppen. Trotzdem war die Schauspielerei beruflich nicht seine erste Wahl. Nach dem Abitur ging er nach Berlin und studierte dort einige Jahre Theaterwissenschaften, probierte vieles aus und suchte in aller Ruhe seine Berufung, bevor er sich mit 25 Jahren dazu entschloss, eine Schauspielschule zu besuchen. Bereits während seines Studiums an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg war Maxim Mehmet als Schauspieler in Kurzfilmen seiner Kommilitonen sowie diversen Theaterproduktionen zu sehen. Außerdem stand er für Werbefilme vor der Kamera.

Eine wichtige Station in Maxim Mehmets Laufbahn war die Rolle des Unteroffiziers Aurich in Leander Haußmanns Militärkomödie "NVA" (2005). Der Regisseur hatte damals seinen Jungdarstellern versprochen, dass dieser Film der Grundstein für eine große Karriere sein würde. In Maxim Mehmets Fall hatte Leander Haußmann recht. Seit "NVA" stand der ambitionierte Darsteller regelmäßig vor der Kamera. 2005 ging er gemeinsam mit Klaus J. Behrendt, Jan Josef Liefers und Dietmar Bär in "Der Untergang der Pamir" an Bord der Viermastbark. Es folgte eine Episodenrollen in der MDR-Krankenhausserie "In aller Freundschaft". Außerdem sah man ihn in Vivian Naefes Komödie "Vater Undercover - Im Auftrag der Familie" (beide 2006) neben Armin Rohde und Esther Schweins. Im Historiendrama "Der rote Baron" (2007) übernahm er ebenfalls eine tragende Nebenrolle als jüdischer Pilot Sternberg und brillierte an der Seite von Til Schweiger und Matthias Schweighöfer. Auch in Brigitte Berteles Kriegsheimkehrer-Drama "Nacht vor Augen" (2008) konnte man sich von den schauspielerischen Qualitäten des Wahlberliners überzeugen.

Mit "Fleisch ist mein Gemüse" lieferte er 2008 erneut eine hervorragende Leistung ab. In Christian Görlitz' Komödie, der Verfilmung der Autobiographie des Hamburger Komödianten Heinz Strunk, schlüpfte Maxim Mehmet in die Rolle des jungen Protagonisten, der in den Achtzigerjahren vielerlei Probleme hatte und unter anderem unter starker Akne litt. In mehr als anderthalb-stündigenen Sitzungen in der Maske, wurden ihm dafür - Drehtag für Drehtag - dicke Pusteln und Pickel aufs Gesicht geklebt. Dem breiten Fernsehpublikum wurde er schließlich in der Rolle des eigenwilligen Pathologen Wolfgang Menzel im Leipziger "Tatort" rund um das Ermittlerteam Thomalla/Wuttke bekannt. Auch hier weiß er - trotz der eher kurzen Auftritte - zu überzeugen. Kleinere Rollen übernahm er auch in dem belanglosen Klamaukfilm "U-900" (2008), in der beliebten Krimi-Serie "SOKO Leipzig - Klarer Kopf" (2009) und in Susanne Schneiders Drama "Es kommt der Tag" (ebenfalls 2009), das einen Mutter-Tochter-Konflikt (hervorragend gespielt von Iris Berben und Katharina Schüttler) thematisiert.

In "Männerherzen" (2009) sieht man ihn - nach "U-900" - erneut in einer durchweg belanglosen Komödie, die zwar manch Frauenherz höher schlagen ließ (angesichts der schmucken Hauptdarsteller), bei den Kritikern aber komplett durchfiel. Weniger seicht war da die Ost-West-Tragikomödie "Liebe Mauer", die pünktlich zum 20. Mauerfalljubiläum in die Kinos kam. Neben Felicitas Woll schlüpfte er hier in die Uniform eines Grenzsoldaten, der sich in die junge West-Berlinerin Franzi verliebt. Über die Mauer hinweg entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung, die von den historischen Ereignissen des Mauerfalls maßgeblich beeinflusst wird. Für das Hooligan-Drama "66/67 - Fairplay war gestern" (ebenfalls 2009) zog er erneut eine Uniform über: Als schwarzes Schaf einer Polizistenfamilie macht er Dienst nach Vorschrift, lässt aber nach Feierabend seinen Aggressionen freien Lauf und randaliert mit seinen Freunden aus der Fußballfan-Clique. In dem Film, der klischeehaft und oberflächlich eine Gruppe mit ihren verschiedenen Charakteren und ihrem jeweiligen Lebenshintergrund zeichnet, kann Maxim Mehmet durchaus durch seine darstellerische Einzelleistung überzeugen - das heißt, eigentlich ist es eine "Doppelleistung", tritt er doch in einer Doppelrolle auf und spielt nicht nur das schwarze Schaf, sondern auch dessen angepassten Zwillingsbruder.

Lässt die Wahl seiner Rollen sehr wohl darauf schließen, dass er sich nicht für jede Komödie oder Schmonzette verpflichten lässt und auch nicht im allgemeinen Serien-Einerlei untergehen möchte, verwundert seine Antwort auf die Frage, welche historische Figur er gerne einmal spielen möchte, schon sehr. "Boris Becker" gab er in einem Interview mit der Zeitschrift "Cicero" zur Auskunft. Den ehemaligen Tennisstar hält er für eine interessante Persönlichkeit, außerdem - so Maxim Mehmet - hätte er selbst eine leichte Ähnlichkeit mit Deutschlands Sportidol. Ob Dieter Bohlen seine zweite Wahl wäre?

Die "Tatort"-Episoden mit Maxim Mehmet in der Rolle des Pathologen Wolfgang Menzel: "Tatort - Todesstrafe", "Tatort - Ausweglos", "Tatort - Unbestechlich", "Tatort - Mauerblümchen" (alle 2008), "Tatort - Schwarzer Peter", "Tatort - Falsches Leben" (beide 2009), "Tatort - Absturz", "Tatort - Heimwärts", "Tatort - Schön ist anders" (alle 2010), "Tatort - Nasse Sachen" (2011), "Tatort - Todesbilder", "Tatort - Kinderland" (beide 2012), "Tatort - Türkischer Honig" (2013).

Weitere Filme und Serien mit Maxim Mehmet: "Zwischen Flieder wandern und singen" (Kurzfilm, 2003), "Die Stunde der Offiziere" (2004), "Atome" (2006), "Ein Job" (2008), "Großstadtrevier - Herzenssachen", "Fasten à la carte" (beide 2009), "Die kluge Bauerntochter" (2010), "Männerherzen ... und die ganz, ganz große Liebe", "Wintertochter", "Im falschen Leben" (alle 2011), "Unter Nachbarn", "Deckname Luna", "Tatort - Todesschütze", "Westerland", "Der Tote im Eis" (alle 2012), "Unsere Mütter, unsere Väter", "Aschenbrödel und der gestiefelte Kater" (beide 2013).


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