Felix Vörtler

Mal ganz sympathisch: Felix Vörtler in "Liebe am
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Mal ganz sympathisch: Felix Vörtler in "Liebe am Fjord - Das Meer der Frauen"
Felix Vörtler
Geboren: 21.06.1961 in Naila, Oberfranken, Deutschland

Er hat - wenn er will - etwas Bäriges und doch spielt er oft den Unsympathling, den dicken Machtmenschen oder den gehassten Vorgesetzten. Dabei hat der gebürtige Bayer durchaus Humor. Vor seiner Rolle in "Liebe am Fjord - Das Meer der Frauen" (2011) nahm er gut und gerne 30 Kilogramm ab, verlor ein bisschen von seiner Bärigkeit, aber nichts von seinem Witz. Auf die erfolgreiche Diät angesprochen, verwies er auf den Ratschlag seiner Agentin, die ihm versprach, dass er mit ein paar Pfunden weniger auf den Rippen auch den Liebhaber geben könnte. Ob es am Gewicht liegt, dass er gerade in den Samstagabendkrimis und im "Tatort" ein gern gesehener Bösewicht ist? Wer Felix Vörtler kennt, der weiß, dass ihn eines auszeichnet: Vielseitigkeit. Eine Vielseitigkeit, die er zumindest auf der Bühne voll und ganz auslebt. Dort war er bis 2002 ausschließlich zu bewundern, in ganz unterschiedlichen Rollen. In München absolvierte der 1961 geborene Darsteller ein Schauspielstudium am Zinner Studio. Seit 1983 steht er auf der Bühne. Zunächst am Residenztheater München, unter anderem mit der schwedischen Regisseurlegende Ingmar Bergman, aber auch mit Hans Lietzau und Wilfried Minks. Es folgten Engagements am Musiktheater in Oberhausen, am Jungen Theater in Göttingen und schließlich unter der Intendanz von Klaus Weise am Theater Oberhausen von 1992 bis 2000. Weitere Bühnenjobs führten ihn an die Schauspielhäuser in Bochum und Zürich. Außerdem sah man ihn am Schauspiel Köln und bei den Salzburger Festspielen.

Eine seiner ersten Filmrollen spielte er in Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" - als Fußball verrückter Pastor war er dort zu sehen und unterschied sich so sehr von dem Bild, das die Fernsehzuschauer im Allgemeinen von ihm haben, dass er nur wenigen aufgefallen sein dürfte. Es folgten schnell weitere Rollen in Krimireihen und -serien, aber auch in Komödien wie in Sherry Hormanns sehenswerter Coming-Out-Geschichte "Männer wie wir" und in dem skurrilen Filmdebüt des Theaterregisseurs Gil Mehmert "Aus der Tiefe des Raumes" (beide 2004). Doch immer wieder klopfen Regisseure von Krimiproduktionen bei ihm an: Auf eine Episoden-Rolle als ehemaliger Zuhälter Boris in "Doppelter Einsatz: Schatten der Vergangenheit" folgte der Part als zwielichtiger BKA-Ermittler Hubert Esch in "Solo für Schwarz - Der Tod kommt zurück". Anschließend stand er für einen Abschnitt der Kriminalfilmreihe "Der Elefant - Mord verjährt nie" vor der Kamera und gab schließlich im "Großstadtrevier" (alle 2006) den undurchsichtiger Kassenwart Helmut Kowalsky. Als Schauspieler vollkommen unterfordert, war er dickliche Polizist Norbert in den Polizeiruf 110-Episoden "Der Prinz von Homburg" (2004), "Polizeiruf 110 - Die Mutter von Monte Carlo" (2005) und "Polizeiruf 110 - Die Lettin und ihr Lover" (2006).

Weitere kleinere Rolle übernahm er in der Filmbiografie "Neger, Neger, Schornsteinfeger", in Ed Herzogs Drama "Schwesterherz" und in einer Folge der Polizeiserie "Die Rosenheim-Cops" (alle 2006). Darüber hinaus stand er für "Post Mortem" (TV-Serie) vor der Kamera und war in dem langweiligen Kompilationsfilm "GG 19" in einer Episode zu sehen. Im Ruhrgebiets-Krimi "Lutter - Essen is' fertig" (alle 2007) schlüpfte Felix Vörtler äußerst überzeugend in die Figur des aus dem Gefängnis entlassenen Kronzeugen Nobbi Wolleck, während er in dem Dorfkrimi "Tod in der Eifel" (2008) lediglich als Geldtransportfahrer kurz in Erscheinung trat. In "Die Wölfe - Hoffnung auf Glück", dem dritten Teil, der mit dem International Emmy ausgezeichnete Trilogie von Friedemann Fromm, stand er an der Seite von Matthias Brandt und Axel Prahl als Opportunist Kurt Ripanski vor der Kamera. Darüber hinaus sah man ihn in dem Gesellschaftsdrama "Die Drachen besiegen" (ebenfalls 2008) und als skrupellosen Besitzer einer Porzellanmanufaktur in der Komödie "Der Typ, 13 Kinder & ich" (2009). In Aelrun Goettes Sozialdrama "Keine Angst" sah man ihn als Lehrer, in Matthias Glasners Drama "This is Love" (2009) als Hausmeister und in der Filmbiographie "Es liegt mir auf der Zunge" gar als Metzger. Doch trotz dieser Rollenvielfalt wird er das Etikett des Unsympathlings nicht los.

In der ersten Staffel der Krimiserie "Flemming: Glanz in deinen Augen" (2009) mit Samuel Finzi in der Titelrolle übernahm er den Part des Kriminaldirektor Dr. Karl Leo und wirkte vor allem eines: unterschwellig aggressiv. Ein bisschen hektisch-nervös, unter Bluthochdruck leidend und ständig kurz vor dem Explodieren. Das perfekte Beispiel für den Stereotyp eines Chefs. Zu viel des Guten? In der zweiten Staffel fiel seine Rolle unter den Tisch. Ersetzt wurde er von Maren Kroymann, die eher sanftmütig, denn aufbrausend daherkommt. In der Kölner-Tatort-Episode "Tatort - Unter Druck" - seine bis dahin dritte Zusammenarbeit mit dem Kommissar-Team (Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär) aus der Domstadt nach "Tatort - Mutterliebe" 2003 und "Tatort - Klassentreffen" 2009 - mimte er einmal mehr den unsympathischen Vorgesetzten. Mit zurückgegeltem Haar gab er bravourös den schmierigen Personalchef Raimund Kahn. Einen Image-Wechsel erlebte er als Petter Gustavsson in dem bereits erwähnten - recht schmalzigen - Familiendrama "Liebe am Fjord - Das Meer der Frauen". Mit Drei-Tage-Bart und um viele Pfunde leichter, weicht er so stark von seinem sonstigen Rollenschema ab, dass man ihn fast gar nicht erkennt. Und auch in der Robert Atzorn-Krimikomödie "Nord Nord Mord" (2011) darf der Wahl-Essener den bärig-norddeutschen Typ spielen und zeigt in der Darstellung des stummen Gerd Martens, dass er auch ganz ohne Worte überzeugen kann.

Weitere Filme und Serien mit Felix Vörtler: "Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia" (2002), "Der zehnte Sommer" (2003), "Tatort - Märchenwald", "Einsatz in Hamburg: Bei Liebe Mord" (beide 2004), "Die Familienanwältin", "Freunde für immer - Das Leben ist rund" (TV-Serie), "Brinkmanns Zorn" (alle 2006), "Wilsberg - Miss-Wahl", "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei" (TV-Serie), "Das Papst-Attentat", "Der Dicke" (TV-Serie, alle 2007), "Mord mit Aussicht" (TV-Serie), "Im Namen des Gesetzes" (TV-Serie), "Die Lüge", "Das Duo - Sterben statt erben", "Kommissar Stolberg - Blutgrätsche", "Stubbe - Von Fall zu Fall - Auf dünnem Eis" (alle 2008), "SOKO Köln - Tod dem Tyrannen", "Die Gräfin", "Der kleine Mann" (TV-Serie), "Die letzten 30 Jahre", "Tatort - ... es wird Trauer sein und Schmerz" (alle 2009), "Countdown - Die Jagd beginnt" (TV-Serie), "London, Liebe, Taubenschlag", "Die Zeit der Kraniche", "Rosannas Tochter" (alle 2010), "Tatort - Tödliche Häppchen", "Die Tote ohne Alibi" (beide 2011), "Blutadler" (2012), "Heldt" (Serie), "Wilsberg - Treuetest", "Einmal Leben bitte" (alle 2013).

Foto: ARD Degeto/Hardy Spitz


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