Nachdem die 15-jährige Anna Römer von ihrer Mutter als vermisst gemeldet wurde, wird in der Nähe des Leipziger Kinderstrichs die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Aber nicht Anna, sondern die auf der Straße lebende Lisa ist das Opfer. Die Kommissare Saalfeld und Keppler stoßen bei ihren Ermittlungen in der Straßenkinderszene auf den gemeinnützigen Verein Kinderland e.V. und deren Leiter Gerd Tremmel, dessen Frau Claudia die Ermordete kostenlos ärztlich behandelt hat. Während in Leipzig die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, wird in Köln die Leiche eines 15-jährigen Mädchens aus dem Rhein gezogen. Die Spuren führen zum Leipziger Kinderstrich, woraufhin die Kölner Kommissare Schenk und Ballauf sich unangekündigt auf den Weg nach Sachsen machen. Nach einer handfesten Rangelei zwischen Ballauf und Keppler, der Ballauf fälschlicherweise für einen Freier gehalten hat, klärt sich die Situation und die vier Kommissare einigen sich auf gemeinsame Ermittlungen ...

Zu Beginn der Tatort-Ära war es gang und gäbe, dass sich die Ermittler aus den unterschiedlichen Städten gegenseitig bei der Aufklärung ihrer Fälle unterstützten, man denke nur an den ersten "Tatort" "Tatort - Taxi nach Leipzig". Heute kommt dies eher selten vor. Doch nach zwölf Jahren ist es nun wieder soweit und die Sender WDR und MDR machen gemeinsame Sache: In zwei thematisch aufeinander bezogenen, aber jeweils in sich geschlossenen Fällen, trifft das Kölner Team auf das Leipziger Ermittler-Duo. Wenngleich das Crossover-Projekt die Möglichkeit bietet, unkonventionell und dramaturgisch interessant zu erzählen, wird dies von Krimi-Routinier Thomas Jauch wenig originell umgesetzt. Übrig bleibt ein mutiges Vorhaben, dass sich aber leider in seinen Irrungen und Wirungen verliert.

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