Peter Lohmeyer

Peter Lohmeyer als Ermittler in dem Krimi
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Peter Lohmeyer als Ermittler in dem Krimi "Wolfsfährte"
Peter Lohmeyer
Geboren: 22.01.1962 in Niedermarsberg (Sauerland), Deutschland

Die Figuren, die Peter Lohmeyer spielt, wirken wie Menschen, die die Gesetze des Lebens kennen, Menschen aus Fleisch und Blut, mit Herz und Verstand. Seine Darstellung erinnert an einen Mann, der hart sein kann, wenn es darauf ankommt, der aber auch weiß, was Trauer oder Glück ist, der Tränen geweint, Frauen geliebt und Freundschaften gelebt hat. Der Dreitagebart und eine Stimme, die nach Unmengen von Whisky klingt, geben Peter Lohmeyer etwas Rauhes, Undurchschaubares.

Peter Lohmeyer wurde im Ruhrgebiet geboren; sein Vater war Pfarrer und lachend bemerkt er, auf eine gewisse Art und Weise hat das ja auch etwas mit Schauspielerei zu tun, Noch während er die Schule besucht, arbeitet er nebenbei beim Kinder- und Jugendtheater. Kurz vor dem Abitur bricht er die Schule dann ab, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen. Er beginnt eine Schauspielausbildung in Bochum. Er spielt an vielen verschiedenen Theatern in Deutschland: in Bochum, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Berlin.

Seinen ersten Auftritt hat er in dem Fernsehspiel "Kampfschwimmer" (1985) von Alexander von Eschwege. Schon früh kann er erste Kinoerfolge verbuchen, so mit seiner Darstellung in "Tiger, Löwe, Panther" (1988) oder zwei Jahre später in "Spieler", beide unter der Regie von Dominik Graf. Lohmeyer spielt Gangster, kleine Ganoven, Undercover-Polizisten, alternativ anmutende Ehemänner oder solche, die betrogen werden. Der Schauspieler lässt sich nicht festlegen auf einen bestimmten Typ, dennoch verbindet die Figuren etwas: Ein nervöser Gang, trotzige, abgehackte Bewegungen, zu denen der naive jungenhafte Gesichtsausdruck nicht recht passen mag. Für die Rollenauswahl interessiert Peter Lohmeyer eine inhaltliche Spannung. Ein Drehbuch untersucht er sehr genau, bevor er eine Rolle annimmt.

Eine konsequente Rollenauswahl, das gilt besonders auch für das Theater. Da kommt er her, da hat er seine Wurzeln. An den verschiedenen Bühnen in Düsseldorf, Bochum, Hamburg, Berlin arbeitet er mit Regisseuren wie Werner Schroeter, Katharina Thalbach und Andreas Langhoff zusammen. Diese Arbeit verdeutlichet ihm die Bedeutung eines Ensembles, von Kooperation, von Vertrauen und Erfahrungsaustausch. Das gemeinsame Wirken ist ihm wichtig, nicht Konkurrenz.

Das Projekt "Bunte Hunde" (1995), das die wahre Geschichte des Geiseldramas von Celle erzählt, fasziniert ihn, er zögert nicht lange und steigt als Co-Produzent bei dem Film mit ein. Die Besetzung steht zu dem Zeitpunkt schon fest, Peter Lohmeyer spielt Toni Starek, denjenigen, der die Geiselnahme initiiert. Lohmeyer ist der starke Gangster; mit kühlem, berechnendem Blick wirkt er wie der, der den Durchblick hat, ein Anführer, der den Lauf der Dinge in die Hand nimmt, anstatt sich vom Schicksal unterkriegen zu lassen. Seine Spielweise treibt die kalte Atmosphäre des gesamten Films auf die Spitze. Er ist so cool und stoisch, wie es selten ein Gangster in einem deutschen Film war, schrieb epd-Film.

Lohmeyers Darstellung in "Keine Chance zu gewinnen" (1994, aus der Krimi-Reihe "Die Männer vom K3") erinnert mit der gewissen Kühle und Zurückhaltung an den Gangster aus "Bunte Hunde". Obwohl er hier auf der Seite der Polizei steht, glaubt ihm erstmal jeder den kleinen Ganoven vom Kiez, die rechte Hand vom Boss. Lohmeyer verleiht der Rolle Gangsterflair und eine coole, fast erbarmungslose Beobachtungsgabe. In dem Film "Hausmänner" (1991) präsentiert sich Peter Lohmeyer hingegen von einer ganz anderen Seite. Er spielt einen alternativ anmutenden Vater, der als Hausmann seiner Karriere bewussten Frau ein Schnippchen schlägt und eine Babysitteragentur mit Rentnerinnen aufmacht. Zwar gelingt es Peter Lohmeyer, der Figur einen ganz eigenen Charme und Witz zu geben, doch hat man das Gefühl, dass dem Film etwas fehlt, etwas Echtes, Menschliches.

Kristalisiert sich schon vor Drehbeginn heraus, dass ein Projekt nicht gut ist, dann hat Lohmeyer den Mut auszusteigen, z.B. "wenn eine Sache beispielsweise politisch unkorrekt ist, wenn mir das, was der Regisseur will, nicht gefällt." In der Vergangenheit hat er das auch schon getan, beispielsweise als es um eine Rolle in einer schwedisch-deutschen Co-Produktion ging. Es ging um die RAF, aber das Drehbuch wirkte nicht vertrauenserweckend, die Auseinandersetzung mit dem Thema schien nicht genau genug. Obwohl eine internationale Produktion verlockend ist, lehnte Lohmeyer die Rolle ab.

Ist er jedoch von einem Projekt überzeugt, dann engagiert er sich ganz, so wie bei "Die Mutter des Killers" (1996) von Volker Einrauch. Den Film produziert er mit, ihm geht es nicht darum, die Hauptrolle zu spielen, sondern den Film optimal zu besetzen. In der Rolle des Eddi vereingt Peter Lohmeyer die ganze Mischung aus rauhbeinigem und charmant-naivem Verhalten, die man aus seinen bisherigen Darstellungen kennt. Eddi ist ein Krimiautor, mit Ambitionen zum Kleingangster, ein Frauenheld, wie sich im Laufe der Geschichte herausstellt, aber einer, den wohl eher die Frauen ganz gut im Griff haben. So wie in der klassischen Kriminalgeschichte verführt ihn 'das blonde Gift', er soll den Ehemann umbringen, und dann könnte man gemeinsam vom Erbe leben. Peter Lohmeyer gibt der Figur eine verborgene Zärtlichkeit, wie sie nur Kleingangster, Vorstadtkinder und Rebellen haben können. Die Coolness wirkt mehr wie eine unbeholfene Imitation alter Westernhelden, wirkliche Kälte und Abgebrühtheit fehlen ihm.



Foto: ARD Degeto/Tivoli Film/Georges Pauly Ein Kind, das etwas will..., daran erinnert die Darstellung in dem Film "Einer meiner ältesten Freunde". Weit weg von der Welt der Gangster, der Gefängnisse und der Schießereien werden Verletzlichkeit und Unsicherheit deutlich. Hier geht es um Gefühle pur, aber Gefühle, die unter einer Oberfläche von heftigen Aktionen und coolen Sprüchen brodeln. Mit seiner Darstellung gelingt es Peter Lohmeyer, der Figur etwas kindlich Naives anhaften zu lassen, das ohne Worte auskommt, ohne Erklärungen. Mit einer Mischung aus starken Bewegungen und reduzierter Mimik macht er das beinah Unmögliche möglich: Empfindungen gleichsam zu verdecken und herauszuschreien.

Privat steht die Familie für Lohmeyer an erster Stelle, er hat vier Kinder und überlässt die Erziehung nicht der Ehefrau allein. Und er mag Fußball, sein Lieblingsklub ist Schalke 04. 2001 stellte er sich auch hinter die Kamera und inszenierte als Regisseur einen Kurzfilm zu dem Compilationsfilm "99euro-films".

Weitere Filme mit Peter Lohmeyer: "Alles Paletti" (1985), "Der Passagier - Welcome to Germany" (1988), "Neuner" (1990), "Schlafende Hunde" (1991), "Kaspar Hauser" (1992), "Bella Block - Die Kommissarin" (1993), "Tatort - Amoklauf" (beide 1993), "Der Verräter", "Internationale Zone" (beide 1994), "Unbeständig und kühl", "Die Eroberung der Mitte", "Die Straßen von Berlin - Alleingang", "Die Straßen von Berlin - Babuschka", "Die Straßen von Berlin - Die Akte Stalin", "Die Straßen von Berlin - Die letzte Fahrt der 'Ashanti Star'", "Die Straßen von Berlin - Dunkelrote Rosen", "Die Straßen von Berlin - Wiener Glut", "Bella Block - Liebestod" (1995), "Zu treuen Händen" (alle 1995), "Kondom des Grauens", "Liebe Lügen", "Unter die Haut", "Zugvögel ... Einmal nach Inari", "Sieben Monde" (alle 1996), "Die Camper" (TV-Serie), "Der Pirat", "Der Ausbruch", "Die Straßen von Berlin - Die Bazooka-Bande", "Die Straßen von Berlin - Blutige Beute", "Die Straßen von Berlin - Die Mandarine von Marzahn", "Die Straßen von Berlin - Rivalen", "Still Movin'", "Kleines Tropicana", "Mammamia", "Pauls Reise" (alle 1997), "Nighthawks", "Und alles wegen Mama", "Frontera Sur", "Abgehauen", "Drei Gauner, ein Baby und die Liebe" (alle 1998), "América mía", "Der Elefant in meinem Bett", "Gangster", "Die Stunde des Löwen", "Recycled", "Nie mehr zweite Liga", "Tatort - Der schwarze Ritter", "Ein einzelner Mord" (alle 1999), "Route 69", "Auf der Couch", "Der Cuba Coup" (alle 2000), "Kaos", "Der Mistkerl", "Der Felsen", "Vater braucht eine Frau" (alle 2001), "Geld macht sexy" (2002), "Das Wunder von Bern" (2003), "Süperseks", "Cowgirl", "Der Boxer und die Friseuse", "Sergeant Pepper", "Oktoberfest" (alle 2004), "Playa del futuro", "Am Tag als Bobby Ewing starb" (beide 2005), "Vineta", "Früher oder später", "Der andere Junge" (alle 2006), "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken", "Vorne ist verdammt weit weg" (beide 2007), "In letzter Sekunde", "Don Quichote - Gib niemals auf!", "Zwischen heute und morgen", "Alter und Schönheit" (alle 2008), "Soul Kitchen", "Bis aufs Blut" (beide 2009), "Wolfsfährte", "Schenk mir dein Herz" (beide 2010), "Tom Sawyer", "Festung" (beide 2011), "Blutadler", "Das Millionen Rennen", "Die Abenteuer des Huck Finn", "Fünf Freunde 2" (alle 2012).

Foto: ARD Degeto/Tivoli Film/Georges Pauly

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