Im Vergleich zu ihrem Vater Gustav II. Adolf ist Christina von Schweden - im Film gespielt von Malin Buska - wohl deutlich wenigeren Menschen ein Begriff.

Eine bedauerliche Tatsache, war sie doch eine der entscheidenen Figuren bei der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges und eine freigiebige Fördererin der Künste und Philosphie. Darüber hinaus hinterließ sie selbst Texte, zum Beispiel zur Moralphilosophie, und setzte sich für religiöse Toleranz ein.

Macht und Sex

Mika Kaurismäki, ein finnischer Regisseur, der etwas im Schatten seines berühmten Bruders und Regiekollegen Aki steht, folgt Christinas Biografie, die mit der männlichen Erziehung zum Kronprinz beginnt.

Bereits als Fünfjährige wurde sie Nachfolgerin ihres Vaters und übernahm 1644 mit 18 die Regierungsgewalt.

Ein zentrales Thema des Films ist dabei das skandalisierte Liebesleben der Königin, die sich immer weigerte zu heiraten: Sie macht ihre Kammerzofe Ebba Sparre (Sarah Gadon) zur Bettgefährtin - historisch ist diese Liaison nicht endgültig belegt.

Europäisches Ensemble

Das Historienstück bietet interessante Einblicke in das Leben einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, und wartet mit einem internationalen Cast auf, in dem unter anderem Martina Gedeck als Chistinas Mutter, Michael Nyqvist als deren Ziehvater und Peter Lohmeyer als Bishof von Stockholm zu sehen sind.

Für den aus Fantasyserien wie "Game of Thrones" einigen Prunk gewohnte Zuschauer mangelt es der Produktion aber leider etwas an opulenten Schauwerten.

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