Dagmar Manzel

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Großes Rollenrepertoire: Dagmar Manzel, hier in "Die Nachrichten"
Dagmar Manzel
Geboren: 01.09.1958 in Berlin, Deutschland

Dagmar Manzel ist eine faszinierende Schauspielerin: Sie ist präzise, provokant, analytisch, voller Spielfreude, Trägerin des Deutschen Fernsehpreises 2006 als beste Hauptdarstellerin für ihre Rollen in "Als der Fremde kam" (2005) und "Die Nachrichten" (2004). In bester Erinnerung ist Dagmar Manzel allerdings auch als Eva Klemperer in der Verfilmung der Klemperer-Tagebücher und als Mutter Matt - die Bäckerin, die eigentlich Seiltänzerin werden wollte - aus dem erfolgreichen TV-Dreiteiler "Der Laden" (1998) nach der Romanvorlage Erwin Strittmatters.

Sie ist eine jener großen, seltenen Begabungen, die nicht als Gesicht, als Star in Erinnerung blieben, sondern die sich mit der eindrucksvollen Gestaltung ihrer Rollen einen Platz in der Filmgeschichte sichern. Die Schauspielerin ist eine "Bühnenschönheit", jemand also, der im Scheinwerferlicht völlig anders wirkt als im Alltag: Es kommt vor, dass der Pförtner sie nicht reinlässt in das Theater, an dem sie seit Jahren spielt, oder dass sie nach der Vorstellung gefragt wird, ob die Frau Manzel denn noch kommt.

Dagmar Manzel absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule Berlin und war von 1980 bis 1983 am Staatsschauspiel Dresden engagiert. Seitdem gehört sie dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin an. Höhepunkte ihrer Theaterarbeit sind die Rolle der Merteuil in Heiner Müllers Inszenierung "Quartett" sowie die Penelope in "lthaka" unter der Regie von Thomas Langhoff. Bei den Salzburger Festspielen spielte sie unter der Regie von Andrzej Wajda mit großem Erfolg die Rachel in "Wesele".

Trotz ihrer eindeutigen Präferenz für die Bühne ist Dagmar Manzel auch regelmäßig auf der Leinwand zu sehen, so in den Kinofilmen "Nach fünf im Urwald" (1995) - zusammen mit Axel Milberg - und in "Die Apothekerin" (1996) von Rainer Kaufmann. Für ihre Rolle in "Die Apothekerin" wurde sie als beste Nebendarstellerin für den Deutschen Filmpreis 1998 nominiert. Daneben spielte Dagmar Manzel schon ab Mitte der Achtzigerjahren in zahlreichen Defa-Filmen, darunter Heiner Carows "Coming out" (1989).

Nach der Wende sah man sie in "Schtonk" (1991) von Helmut Dietl, "Einer zahlt immer" (1993) von Max Färberböck, "Ein falscher Schritt" (1995) von Hermine Huntgeburth, "Polizeiruf 110 - Jutta oder die Kinder von Damutz" (1995) von Bernd Böhlich, "Die Putzfraueninsel" (1996) von Peter Timm, "Gomez - Kopf oder Zahl" (1997) von Edward Berger, "Frankfurter Kreuz" (1997) von Romuald Karmakar, "Hannahs Ragtime" (1997) von Iva Svarcova, und "Klemperer - Ein Leben in Deutschland" (1999) von Kai Wessel und Andreas Kleinert. Die Rolle in diesem Mehrteiler bringt ihr 2000 den Deutschen Fernsehpreis als beste Serien-Darstellerin in 1999 ein. Außerdem gehörte sie 2000 zum Cast der gefeierten Kinokomödie "Crazy" und spielte in "Goebbels und Geduldig".

Weitere Filme mit Dagmar Manzel: "Staatsanwalt: Verblendet" (1985), "Der Junge mit dem großen schwarzen Hund" (1986), "Staatsanwalt: Da mach' ich nicht mit", "Späte Ankunft", "Polizeiruf 110 - Eifersucht" (alle 1988), "Tatort - Tödliche Vergangenheit", "Tanz auf der Kippe", "Die Verfehlung", "Die Erbschaft" (alle 1991), "Als Großvater Rita Hayworth liebte" (2000), "Kelly Bastian - Geschichte einer Hoffnung" (2001), "Liebe ist die halbe Miete", "Boran", "Bella Block - Kurschatten" (alle 2002), "Leben wäre schön" (2003), "Nachbarinnen", "Willenbrock" (beide 2004), "Speer und Er" (2005), "Nicht alle waren Mörder", "Vier Töchter", "Frei nach Plan" (alle 2006), "Freischwimmer" (2007), "Mordgeständnis", "Bloch - Die blaue Stunde", "Hoffnung für Kummerow" (alle 2008), "Tatort - Stille Wasser", "Die verlorene Zeit", "Die Unsichtbare", "Mord nach Zahlen" (alle 2011), "Zettl", "Blaubeerblau", "Krokodil" (alle 2012), "Stiller Sommer" (2013).

Foto: ZDF/Svenja von Schultzendorff


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