Fabian Hinrichs

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Biografie
So kann's gehen: Eines Tages begleitete ein Jurastudent seinen Freund zu einem Vorsprechen an die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Zwar weiß man nicht, was aus dem Freund wurde, aber der Student sprach ebenfalls vor, wurde angenommen und beendete 2001 seine Ausbildung. Sicher ein ungewöhnlicher Werdegang, den der Schauspieler Fabian Hinrichs vorzuweisen hat.

Dass er mit seiner Entscheidung nicht schlecht gefahren ist, zeigt die Tatsache, dass bereits im Jahr 2000 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung den Förderpreis für Nachwuchsdarsteller erhielt und die Zeitschrift "Theater heute" ihn im selben Jahr zum Nachwuchsschauspieler des Jahres nominierte. Hinrichs spielte danach unter Regisseuren wie Leander Haußmann, Frank Castorf und Christoph Schlingensief an der Volksbühne in Berlin und war von 2000 bis 2005 Mitglied des Ensembles der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Nach ersten kleinen TV-Rollen gab Hinrichs schließlich sein Kinodebüt in Dito Tsintsadzes Thriller "Schussangst" (2004), in dem er sich als Zivildienstleistender in ein schöne Mädchen Lavinia Wilson verliebt. Das hat ungeahnte Konsequenzen ... Nach diesem vielgelobten Debüt machte ihn schließlich seine Kinorolle in Marc Rothemunds Drama "Sophie Scholl - Die letzten Tage" (2004) über Nacht national wie international bekannt. In dem für den Oscar (bester nicht englischsprachiger Film) nominierten Werk schlüpfte er neben Julia Jentsch in die Rolle des Hans Scholl. Kein Wunder, dass der 1976 in Hamburg geborene Darsteller in der Folgezeit sowohl in großen Kino- als auch in zahlreichen TV-Produktionen zu sehen war.

So spielte Hinrichs im Jahr darauf in Dominique Derudderes Drama "Die Bluthochzeit", mit Hannelore Hoger stand er für Rainer Kaufmanns viel gelobte "Bella Block"-Episode "Bella Block - Blackout" (2006) vor der Kamera, Ingo Haeb besetzte Hinrichs in seinem Kinodrama "Neandertal" (2006) und in dem TV-Psychodrama "Bloch - Der Kinderfreund" (2007) brillierte er als Lehrer mit pädophilen Neigungen. Noch im gleichen Jahr folgte eine kleinere Rolle in dem gelungenen Familiendrama "Früher oder später", und als Dr. Wolf gab er sein "Tatort"-Debüt in dem Kölner Fall "Tatort - Mit ruhiger Hand" (2008). Klasse ist auch Hinrichs Leistung in Maximilian Erlenweins Gangsterdrama "Schwerkraft" (2009), in dem Hinrichs an der Seite von Jürgen Vogel einen Bankangestellten gab, der nur einen Anlass braucht, um aus dem engen gesellschaftlichen Korsett auszubrechen, und schließlich vom Normalbürger zum Gewaltverbrecher wird. Für sein Spiel wurde Hinrichs für den Deutschen Filmpreis 2010 in der Kategorie Beste männliche Hauptrolle nominiert und erhielt den Sonderpreis auf dem 31. Max Ophüls-Festival.

Für die Rolle eines Familienvaters, dessen kleine Tochter tot aufgefunden wird, in dem Kieler "Tatort" "Tatort - Borowski und die heile Welt" (2009) wurde Hinrichs 2009 für den Deutschen Fernsehpreis als bester Nebendarsteller nominiert. Überzogen und wenig glaubwürdig agierte er hingegen in Carsten Ludwigs Drama "66/67 - Fairplay war gestern", in dem er als Rudelführer einer Gruppe von Fußball-Krawallbrüdern agierte. Viel besser war dagegen seine Rolle in dem Münchner "Tatort" "Tatort - Der tiefe Schlaf" (2012), in dem er einen jungen Kollegen von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl mimte, der noch nicht über eine bleierne Abgeklärtheit verfügt und sich als Profiler und Mad Max in einer Person aufführt.

2010 trat Hinrichs in der Berliner Volksbühne als Protagonist in René Polleschs Solostück "Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang!" auf. Dafür wurde er als Schauspieler des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Theater heute" ausgezeichnet. Mit "Kill your Darlings. Streets of Berladelphia", ebenfalls von René Pollesch, war Hinrichs zum Theatertreffen 2012 eingeladen.

Neben seinen Theater- und Kino-Engagements war Fabian Hinrichs auch in TV-Serien zu sehen, so etwa in "Großstadtrevier" (2004), "Der Kriminalist" (2006), "Der Dicke" (2007), "Einsatz in Hamburg" (2008), "Countdown - Die Jagd beginnt", "Die Draufgänger" (beide 2010), "Stuttgart Homicide" und "Flemming" (beide 2012). Weitere Filme mit Fabian Hinrichs: "Liebe und andere Gefahren", "Dutschke", "Das Beste kommt erst" (alle 2009), "Hochzeitspolka" (2010), "In den besten Familien" (2012), "Alles inklusive", "Stereo" (beide 2014).

Foto: X-Verleih/Jürgen Olzcyk

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