Julia Jentsch

Vollblutschauspielerin Julia Jentsch. Vergrößern
Vollblutschauspielerin Julia Jentsch.
Fotoquelle: Denis Makarenko/shutterstock.com
Julia Jentsch
Geboren: 20.02.1978 in Berlin, Deutschland

Sie ist auf der Theaterbühne gleichermaßen zu Hause wie im Kino und im TV: Julia Jentsch. Die Berliner Göre besuchte zunächst die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit 1995 steht sie auf den Brettern, die die Welt bedeuten. So spielte sie die Orphise in Hugo von Hofmannsthals "Die Lästigen", war 1996/97 das Gretchen in Goethes "Urfaust" auf der Freien Bühne Witzleben und schließlich die Julia in "Blaubart - Hoffnung der Frauen" (2000) am Maxim Gorki Theater. Bereits 2000 erhielt sie den Max-Rheinhardt-Preis für ihre Rolle in "Die Perser".

2001 siedelte Julia Jentsch nach München um, wo sie seit diesem Zeitpunkt zum Ensemble der Münchner Kammerspiele gehört. Dort glänzte sie unter anderem als Desdemona in Luk Percevals Inszenierung von Shakespeares "Othello" (TV-Aufzeichnung 2003), als Elektra in Andreas Kriegenburgs Aufführung der "Orestie" von Aischylos und als Antigone in dem gleichnamigen Stück nach Sophokles. 2002 wurde sie deshalb von der Zeitschrift "Theater Heute" als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.

Darüber hinaus ist die attraktive Darstellerin auch im TV und im Kino präsent: Bereits 1999 spielte sie in Judith Kennels viel gelobtem Kinofilm "Zornige Küsse" an der Seite von Jürgen Vogel und Maria Simon. Danach wirkte sie in zwei Episoden der Krimireihe "Die Verbrechen des Professor Capellari" ("Falsche Freunde", "Tod in der Fremde") mit, bevor sie Christoph Stark in seinem nicht gerade gelungenem Drama "Julietta" besetzte - doch Julia Jentschs Spiel gefiel. Eine Nominierung für den Studentenoscar bekam 2001 Sven Taddickens Komödie "Mein Bruder, der Vampir", in der Roman Knizka und Alexander Scheer zu ihren Partnern gehörten.

Als entführte Tochter von Uschi Glas, die in Stefan Krohmers Thriller "Die Erpressung - Ein teuflischer Pakt" eine Richterin in Nöten verkörperte, konnten die Zuschauer sie ebenfalls noch 2001 bewundern. Eine Liebeskomödie war hingegen "Und die Braut wusste von nichts" (2002) von Rainer Kaufmann. Hier spielte Julia eine brave Tochter aus gutem Hause, die ihrem Verlobten auf dem Standesamt das Jawort geben will. Ihr Problem: Sie ist bereits verheiratet... Einen brillanten Auftritt hat sie schließlich in Christoph Starks Psychodrama "Bloch - Tausendschönchen" (2002) an der Seite von Dieter Pfaff - sowohl Publikum als auch Kritik waren begeistert von ihrem zurückhaltenden, geheimnisvollen Spiel.

2004 markierte einen weiteren Karriereschritt in Julia Jentschs Werdegang. Man sah sie in Oliver Hirschbiegels nur selten überzeugendem, dafür aber viel diskutiertem Drama "Der Untergang", und sie spielte an der Seite von Eve Mattes in der "Tatort"-Episode "Tatort - Bitteres Brot". Mit Daniel Brühl stand sie dagegen in der in Cannes 2004 gefeierten Tragikomödie "Die fetten Jahre sind vorbei" vor der Kamera. Eine weitere Titelrolle als Widerstandskämpferin Sophie Scholl spielt Julia Jentsch in Marc Rothemunds "Sophie Scholl - Die letzten Tage". Für diese Rolle wurde die Darstellerin im Februar 2005 mit dem Silbernen Bären der Filmfestspiele von Berlin als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Mit Thomas Kretschmann stand sie zuvor noch in Hans W. Geissendörfers "Schneeland" (2004) vor der Kamera.

Weitere Filme mit Julia Jentsch: "Kronprinz Rudolf", "Frühstück mit einer Unbekannten", "Ich habe den englischen König bedient", "33 Szenen aus dem Leben", "Effi Briest" (beide 2008), "Tannöd" (2009), "Hier kommt Lola!" (2010), "Die Summe meiner einzelnen Teile" (2011), "Hannah Arendt", "Der Fall Wilhelm Reich" (beide 2012), "Kokowääh 2" (2013).


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