Selten fröhlich: Barbara Sukowa und Urlich Noethen

Hannah Arendt

KINOSTART: 10.01.2013 • Drama • Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Israel (2012) • 113 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Hannah Arendt
Produktionsdatum
2012
Produktionsland
Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Israel
Filmstudio
MACT Productions, Les Productions de l'Amour Fou, Heimatfilm, ARD
Einspielergebnis
717.205 USD
Laufzeit
113 Minuten
Music
André Mergenthaler
Kamera
Caroline Champetier

Ihr Denken veränderte die Welt

Als die Reporterin Hannah Arendt 1961 im Auftrag der Zeitung "The New Yorker" in Jerusalem am Eichmann-Prozess teilnimmt, will sie dadurch die Seele eines Nazis verstehen lernen. Die anerkannte jüdische Philosophin und Schriftstellerin protokolliert akribisch den Prozessverlauf und verarbeitet ihre Erfahrungen und Gefühle während des Verfahrens in vielen Artikeln – der Auftakt für ihr berühmtestes und umstrittenes Werk "Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen". Hannah Arendt entlarvt Eichmann nicht als Monster, sondern als dienstbeflissenen Schreibtischtäter, der die Befehle mit der größtmöglichen Sorgfalt ausführen wollte. Doch für die Autorin hat die Sicht ungeahnte Konsequenzen: Freunde kündigen ihr die Freundschaft und sie erfährt bittere Ächtung und Ausgrenzung ...

Trotz einiger starker Momente und der Wichtigkeit, auch heute nochmals auf eine Person wie Hannah Arendt hinzuweisen, leidet der Film sowohl an Machart (sieht alles zu sehr nach Fernsehen aus, schlechte Maske, Anschlussfehler usw.) als auch an inhaltlichen Schwächen. Denn vor allem wenn die Geschichte die öffentlichen Momente verlässt und zu sehr ins Privatleben der Protagonistin eintaucht, wird er seltsam schwach, wirkt unausgegoren und oft unglaubwürdig und aufgesetzt. So fehlt das, was ein Spielfilm gegenüber einem Dokumentarfilm haben sollte: emotionale Greifbarkeit durch fiktionale Elemente. Klasse ist allerdings die schauspielerische Leistung von Barbara Sukowa in der Titelrolle, für die sie 2013 mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.

Foto: NFP

Darsteller

Axel Milberg als "Tatort"-Kommissar Borowski
Axel Milberg
Barbara Sukowa
Nicht nur auf der Leinwand erfolgreich: Janet McTeer.
Janet McTeer
Vollblutschauspielerin Julia Jentsch.
Julia Jentsch
Michael Degen in "Leo & Claire"
Michael Degen
Vielseitig einsetzbarer Schauspieler: Ulrich 
Noethen, hier in "Von Mäusen und Lügen"
Ulrich Noethen
Victoria Trauttmansdorff
Weitere Darsteller
Nicholas Woodeson Leila Schaus Claire Johnston Friederike Becht Klaus Pohl Gilbert Johnston

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