Agnes' Tochter Lydia ist von zu Hause weggelaufen. Mitten in der verzweifelten Suche nach der 15-Jährigen, wird Agnes nach Berlin gebeten. Sie soll sich die Leiche eines toten Mädchens anschauen, da die Polizei vermutet, es könnte Lydia sein. Doch sie ist es nicht. Vollkommen irrational entscheidet sich Agnes dafür in Berlin zu bleiben und dort nach Lydia zu suchen.

Für Agnes beginnt ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Weit entfernt von ihrer Heimat in der hessischen Provinz, begibt sie sich auf die Spuren von Ausreißern und sucht Bahnhofsmissionen, Drogentreffs, Kontaktstellen für Obdachlose auf. Als sie die wohnungslose Ines trifft, die sich wie ein Parasit an Agnes hängt und mehr und mehr den Platz der Tochter einnimmt, verliert Agnes vollkommen die Orientierung ...

Verzweifelter Schmerzensschrei

Die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Maria Speth ("Madonnen") liefert hier ein Familiendrama ab, das wie ein einziger verzweifelter Schmerzensschrei inszeniert ist und eine sehr deprimierende Wirkung hat. Dabei spiegelt der Film genau die Gefühle wieder, die man als Mutter eines vermissten Kindes empfindet: eine zermürbende Hoffnungslosigkeit und eine unbeantwortete Leere.

"Töchter" ist eng mit Maria Speths Dokumentarfilm "9 Leben" verknüpft, der - obwohl er Jahre vor "Töchter" in die Kinos kam - die realistische Quintessenz der fiktionalen Geschichte rund um Agnes, Ines und Lydia ist. Wie schon bei "9 Leben" fragt man sich allerdings auch bei "Töchter", ebenfalls eine Koproduktion mit dem ZDF, wer sich derlei Tristesse im Kino anschauen soll.