Tatort
08.02.2026 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Katja Scherf (Franziska Wulf) und Esther Baumann (Brigitte Urhausen) begegnen sich nach vielen Jahren wieder.
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Adam Schürk (Daniel Sträßer), Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer),  Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) schauen auf ein Überwachungsvideo.
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Adam Schürk (Daniel Sträßer), Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) befragen Michel Louis (Gerhard Liebmann). Er zeigt den Ermittlern die Schmiererei an seinem Tor.
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Katja Scherf (Franziska Wulf) und Esther Baumann (Brigitte Urhausen) sprechen über die Vergangenheit und die Zeit seither.
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Eingeholt von der eigenen Vergangenheit

Von Elisa Eberle

Der Mord an einem IT-Unternehmer führt das Saarbrücker "Tatort"-Team nach Hohenweiler, also ausgerechnet in das Dorf, dass Kommissarin Esther Baumann (Brigitte Urhausen) vor Jahrzehnten bewusst hinter sich ließ ...

Es ist durchaus kühn, für die im jährlichen Senderhythmus ausgestrahlten Filme einer Krimireihe die horizontale Erzählweise zu wählen. Wer kann sich in Zeiten der grenzenlosen Fernseh- und Streaming-Möglichkeiten nach einem Jahr noch an den Inhalt eines doch eher gewöhnlichen Fernsehfilms erinnern? Die Verantwortlichen der SR-"Tatort"-Krimis scheint das jedoch weniger zu sorgen: Die ersten fünf Filme des 2020 zum Dienst angetretenen Saarbrücker Teams erzählten häppchenweise von der gemeinsamen Vergangenheit der Kriminalhauptkommissare Adam Schürk (Daniel Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlakov). Im nun erstausgestrahlten siebten Film "Tatort: Das Böse in Dir" (Regie: Luzie Loose, Buch: Daniela Baumgärtl, Kim Zimmermann) rückt die Vergangenheit der beiden Ermittlerinnen, Kriminalhauptkommissarin Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Kriminalhauptkommissarin Pia Heinrich (Ines Marie Westernströer) in den Vordergrund. Vorher muss allerdings noch der Cliffhanger aus dem sechsten Saarbrücken-"Tatort: Das Ende der Nacht" aufgelöst werden.

Der im Januar 2025 erstausgestrahlte Krimi erzählte unter anderem von einer Geiselnahme. Die Geiselnehmerin (Lena Urzendowsky) hatte Pia Heinrich entführt, um sie gegen ihre kürzlich festgenommene Mutter auszutauschen. Das Aufeinandertreffen beider Seiten eskalierte, die Geiselnehmerin zündete einen Sprengstoff und starb. Kommissar Leo Hölzer wiederum war in einer letzten Einstellung leblos am Boden liegend zu sehen, ob er überlebt hat, blieb unklar.

Wenn Rache auf Rache folgt

Der neue "Tatort: Das Böse in Dir" beginnt an Leos erstem Arbeitstag nach seiner Genesung: "Du kommst genau richtig", freut sich Pia, die seit ihrer Geiselnahme vor einem Jahr ihren Dienst vom Schreibtisch aus verrichten muss. "Es gibt einen Toten an der französischen Grenze", erklärt Adam: "Hohenweiler heißt das Kaff." Esther Baumann ist alarmiert: "Da bin ich aufgewachsen", gesteht sie. Dass es sich offensichtlich um keine schöne Kindheit gehandelt hat, wird dem TV-Publikum wie auch Esthers Team schnell klar.

"Das Dorf ist halb katholisch, halb hugenottisch", erklärt Esther: "Es gibt die Familie Feidt und die Familie Louis. Sie hassen sich bis aufs Blut, seit ... das weiß eigentlich niemand mehr so richtig. Immer schon! Wenn ein Feidt einen Unfall baut, hat ihm ein Louis die Vorfahrt genommen. Und wenn einem Louis ein Baum auf den Kopf fällt, hat ein Feidt ihn vorher angesägt. Dann gibt's Rache." Einem Racheakt fiel nun wohl Emil Feidt zum Opfer: Der IT-Unternehmer wurde erstochen vor seinem Wagen in einem Waldstück gefunden.

Ein ungeklärter Tod vor fünf Jahren

Der Sohn des Opfers, Peter Feidt (Albert Lichtenstern), meint, den Täter bereits zu kennen: "Meine kleine Schwester wurde auch umgebracht von Claire Louis." Ein Mitglied der Louis-Familie habe nun auch seinen Vater auf dem Gewissen. Die genauen Umstände, die fünf Jahre zuvor zum Tod von Becky Feidt führten, sind bis heute ungeklärt. Das Mädchen wurde tot in einem Fluss gefunden, an dessen Ufer sie sich regelmäßig mit ihrer besten Freundin Claire Louis traf. Doch nicht am Tag ihres Todes, behauptet Claire (Carolin Wege) bis heute.

Für Adam Schürk und Leo Hölzer wird es als Außenstehende zunehmend schwierig, auf der Suche nach dem Täter oder der Täterin die feindseligen Verstrickungen innerhalb der Dorfgemeinschaft zu entwirren. Esther Baumann hingegen muss sich nach Jahrzehnten mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen – ein äußerst schmerzhafter Prozess.

Relevante Themen werden leider nur angerissen

Neben den privaten Streitereien der zwei verfeindeten Familien werden auch reale regionale Probleme im "Tatort: Das Böse in Dir" angerissen: Esthers Vater war Bergmann. Auch ihr Bruder (Robert Nickisch) arbeitete in der Branche, bis das Bergwerk vor einigen Jahren geschlossen wurde. Was die Schließung für die Menschen vor Ort bedeutet, wird im Krimi allenfalls angerissen, ebenso wie die Diskussion, was mit den stillgelegten Stollen passieren soll: Soll man sie aus Kostengründen fluten, oder gefährdet das womöglich das Trinkwasser?

Eine Antwort auf diese Fragen gibt der Krimi nicht. Vielmehr wird die durchaus relevante Diskussion hier nur als ein weiteres Beispiel für die allgemeine Zerrissenheit innerhalb der Dorfgemeinschaft gebraucht. Schade eigentlich.

Wie geht es mit dem Saarbrücken-"Tatort" weiter?

Die zunehmende Bedeutung ihrer Figuren im "Tatort" kommt den Schauspielerinnen Ines Marie Westernströer und Brigitte Urhausen für ihre Rollengestaltung zugute, wie sie bereits 2023 im Senderinterview erklärten: "Wir dürfen ein Stück weit mitkreieren, unsere Ideen in das neue Drehbuch einfließen lassen", beschrieb Westernströer damals. Urhausen ergänzte: "Es wird für uns immer einfacher, sich in die Rolle einzufinden, da uns die Drehbücher mehr Futter liefern und man selber seine Figur mit jedem Film besser kennt. Das heißt, man hat irgendwann total das Gespür dafür, ob sie das jetzt sagen würde oder es nicht passt."

Gut möglich, dass der achte Saarbrücken-"Tatort" Kommissarin Pia Heinrich stärker in den Vordergrund rücken wird. Bei ihrer Figur, so scheint es, gibt es ebenfalls noch einige Geheimnisse zu ergründen. Offizielle Informationen zur Fortsetzung gibt es allerdings noch nicht.

Tatort: Das Böse in Dir – So. 08.02. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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