Ich hätte Susi gerne kennengelernt. Susi, das feinfühlende Hängebauchschwein, hat Sören das Herz gebrochen. Und dann hat die Bachelorette dasselbe noch einmal gemacht, und die ist fast so toll gewesen wie die kleine Susi. Der sonst unnahbare Hamburger Jung Sören war sogar verliebt. In der dritten Folge der Bachelorette gab's am Mittwochabend jede Menge alkoholgeschwängerten Deep Talk. Genau das also, was die Nation bei der Hitzewelle braucht. Dazu hat unsere Animateurin Nadine eine Runde Pizza und Bier ausgegeben, und wir wären auch gerne alle an diesem Pool auf Korfu. Dafür würden wir sogar ihr Sport-Programm mitmachen. Apropos: Nächste Woche gibt's laut Vorankündigung von RTL viel nackte Haut zu sehen, das dürfen Sie nicht verpassen!

Deep Talk also. Nadine ist in der dritten Bachelorette-Folge mit Pizzen und jeder Menge Alkohol in die Villa der Männer gerauscht. Die Traumfrau. Angeblich war das, was sie anhatte, auch noch eine schicke Version einer Jogginghose. Nadine ist vollkommen unprätentiös und fast so wenig selbstverliebt wie die Kandidaten. Sie erschafft also den perfekten Abend: Pizza, Bier, eine laue Sommernacht auf einer Urlaubsinsel, eine Frau und 14 Männer, deren Aufmerksamkeit ganz allein dieser Frau gilt. Es hätte so schön werden können. Und dann macht sie das alles kaputt, indem sie einen Stuhlkreis macht und kleine Zettel verteilt, auf die jeder seine Gefühle schreiben soll.

Alle in der Runde sind verkorkst

Eine Runde weiter kommt im Run auf den Titel nur, wer die traurigste Geschichte aus seiner verkorksten Kindheit zu erzählen hat. Wobei es ja immer wieder schön ist zu hören, dass andere auch verkorkst sind. Wie die Hinterbliebenen von Susi zum Beispiel. An diesem Abend kommt sehr viel butterweiches Gitarrengeklampfe zum Einsatz, denn fast jeder bis auf Sören hat eine wirklich traurige Geschichte zu erzählen. Die meisten sind Scheidungskinder, das sollte der Nadine zu denken geben.

Aber sie will sich eh noch nicht zu sehr auf einen Mann versteifen. Weil da ja noch so viele andere Männer sind. Ja, das ist immer das Problem.

Für die gute Mischung aus Tinder-Gruppendate-Fantasie und Kitschromanze hat sich Nadine aber auch für einen Abend Alex geschnappt und sich zum Date angezogen wie eine Disney-Prinzessin beim Blümchen-Pflücken. Er hat passend dazu eine Hose mit richtigen Hosenträgern an und fragt sie, ob sie fünf oder sieben Kinder will. Nadine ist die betrunkene Prinzessin, die dem Disney-Universum noch gefehlt hat. Beim Einzeldate kann man natürlich besser knutschen, aber ich wäre trotzdem lieber bei dem Gruppendate dabei gewesen. Und wenn Stefan wirklich gewollt hätte, hätte er es sicher auch geschafft, Nadine beim Jetski-Fahren über die Schulter rüber zu küssen. "Das ist flirtiv", würde Nadine sagen.

Aber so einer ist Stefan nicht. Er will mit Nadine in Jogginghose zuhause sitzen und Eis essen. Filip hat ähnliche Fantasien: "Das ist ne Frau, die kannst du einfach ins Bett werfen. Was willste mehr?"

Vielleicht ist Rafi ein Verwandter von Nadine

Allmählich wird auch deutlich, wer von den Männern nur optisch und wer auch ganz tief drinnen, innerlich zu der Bachelorette passt. Mit Chris' Humor zum Beispiel könnte sie auf einer Wellenlänge liegen, wenn er denn ihre Witze über Wollmäuse verstehen würde. Was Nadine mit Rafi verbindet, wird man sicherlich noch rausfinden. Vielleicht hat er sie aber auch bei diesem berühmten Schulterkuss heimlich gebissen, und jetzt sind sie auf ewig miteinander verbunden. Vielleicht ist er auch Nadines Cousin dritten Grades, und sie hat ihm Weihnachten voriges Jahr versprochen, dass er auch ins Fernsehen kommt.

Statt Rafi hat Dennis keine Rose bekommen, und Nadine danach noch melancholischer angesehen als sonst schon. Und raus ist auch Sören. Der Geschichte mit Susi, dem gutherzigen Hängebauchschwein, zum Trotz.