Mammut, Säbelzahntiger, Faultier und das fiktive Rattenhörnchen sind wieder da. Was sagt uns dieses Ensemble ausgestorbener Tiere? Richtig, ein "Ice Age"- Film steht an – der mittlerweile fünfte seit dem viel beachteten Debüt von 2002. Er feiert seine Free-TV-Premiere nun bei ProSieben.

Diesmal müssen Manni, Diego und Sid zusammen mit ihrer Herde den Untergang ihrer eiszeitlichen Welt verhindern. Tollpatsch-Tierchen Scrat löst – nachdem er ein gefrorenes UFO wieder gangbar gemacht hat – eine kosmische Katastrophe aus. Seine ewige Jagd nach der Eichel setzt sich im All fort, wodurch leider die Planeten durcheinandergeraten. Nun rast ein riesiger Meteorit auf die Erde zu. Können die Tiere den Untergang ihrer Welt noch abwenden?

Der erste "Ice Age"-Film durfte sich 2002 über ein sehr positives Presse-Echo freuen. Das Produkt aus dem Hause "Blue Sky Studios", der Animationsabteilung von 20th Century Fox, die zuletzt mit dem "Peanuts"-Film von sich reden machte, überzeugte damals als ausgesprochen witziger, technisch hochwertiger Unterhaltungsfilm. Seine Story mit drei charakterlich sehr unterschiedlichen Tieren lag irgendwo zwischen Roadmovie und "Drei Männer und ein Baby".

Nun jedoch sind die Charaktere auserzählt und müde. Fast scheint es, als würden die schon lange mit der Reihe beschäftigten Kreativen – die Drehbuchautoren Michael Berg und Michael J. Wilson sowie die Regisseure Mike Thurmeier und Galen T. Chu – ihre eigene Midlife-Crisis in die Eisweltbewohner hineinprojizieren. So beschäftigen sich Mammut Manni (deutscher Sprecher: Thomas Nero Wolf) und Gattin Ellie mit der bevorstehenden Hochzeit von Tochter Peaches und dem anstehenden "Empty Nest"-Blues. Auch Säbelzahnpaar Diego (Thomas Fritsch) und Shira machen sich Gedanken darüber, ob sie etwa gute Eltern wären. Während die schwer vermittelbare Nervensäge Sid (Otto Waalkes) sich in diesem Film tatsächlich mal verlieben darf.

Während typische "Ice Age"-Themen wie Familie und Freundschaft auf mittlerem Sitcom-Komikniveau beiläufig verhandelt werden, hat die animierte Action-Choreografie – um nicht zu sagen: das Action-Geballer – dieses "Kinoerlebnis" fest im Griff. Je länger der Film dauert, desto klarer wird: Hier herrscht ein unbefriedigendes Gleichgewicht zwischen Storytelling, Charakterführung und buntem Actiongewitter.

Während Technik und Rasanz der Animation stimmen, stellt sich beim Schauen trotzdem ein Gefühl ein, als hätte man zu viel süße Limonade getrunken. Sämtliche neue Tiere, die die Herde auf ihrem Exodus trifft, sind überschrill. Die Actionsequenzen, fast schon symbolisch für die fehlende Bodenhaftung des gesamten Films, mussten ins All abdriften und nerven nur noch in ihrer seelenlosen Brillanz.

Bei 406 Millionen US-Dollar Einspielergebnis weltweit (2,9 Millionen Besucher allein in Deutschland) ist eine weitere Fortsetzung dennoch nicht ausgeschlossen. Ob und wann es sie geben wird, ist derzeit offen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst