"Ist doch schöner als rumsitzen und Rosen schneiden", sagt Claus Theo Gärtner, wenn man ihn fragt, warum er erneut den Privatermittler Josef Matula spielt. Eigentlich hatte er diese Rolle seines Lebens, nach 300 Episoden "Ein Fall für Zwei", längst hinter sich lassen wollen. Vor einem Jahr aber legte sich der heute 74-Jährige für einen schlicht "Matula" betitelten 90-Minüter dann doch noch einmal mit dem Verbrechen an. Aus dem einmaligen Spezial wurde mittlerweile gar so etwas wie eine kleine Reihe: Bevor in ein paar Monaten Film Nummer drei gedreht wird, ist Matulas Spürnase in "Der Schatten des Berges" zunächst in einem Allgäu-Dorf gefragt.

So agil wie einst, als er sich noch durch schließende Garagentore hindurchrollte, ist der Ex-Polizist heute nicht mehr. Muss er aber auch nicht. Denn der Film von Thorsten Näter (Regie) und Ben Braeunlich (Drehbuch) setzt Matula, der auf der Fahrt nach Italien im Allgäu strandet, einen Fall vor die Nase, der aus so vielen altbekannten Krimi-Versatzstücken zusammengebastelt ist, dass ein Kriminalistikveteran wie Matula locker hinterherkommt.

Dass es ausgerechnet der verhinderte Urlauber selbst ist, der die Leiche eines Metzgers entdeckt – man verzeiht es dem ironiebefreiten Krimi. Wenn aber die klischeehaft verschworene Dorfgemeinschaft die Aufklärung des Verbrechens vereiteln will, dann wünscht man Claus Theo Gärtner doch lieber einen pflegebedürftigen Rosengarten als noch einen weiteren dieser einfallslosen Fälle. Der alte Krimi-Haudegen hätte wahrlich Besseres verdient.


Quelle: teleschau – der Mediendienst