Das doppelte "a" im Titel "Schwarzach 23 – Und der Schädel des Saatans" wirkt so verzwickt wie manche Szene im dritten Film der Reihe, die sich als Mischung aus Krimi und Familienkomödie versteht. Man will es herb: Mal wird ein Finger im Odel gefunden, mal steckt ein Kopf mit blutigem Halsstumpf auf der Vogelscheuche beim Maisfeld am Wegesrand. Was aber keinen aus der schrägen Polizistenfamilie Germinger (Maximilian Brückner nebst anderen Starschauspielern) daran hindert, die bayerische Coolness und den Derbhumor zu verlieren. Man ist schließlich allerlei gewöhnt, was lausige Provinzverbrechen, aber auch Familienzwiste anbelangt. Der Kopf, um das noch zu sagen, gehört zu einem Genmaisbauern, der sich mit Haut und Haar einem Gensamen- und Pestizidkonzern ausgeliefert hat.

Reich geworden ist er dabei, der Herbert Zidinger (Andreas Giebel), den sie alle "Herbi" nannten, furchtbar reich. Kein Wunder, wenn ihm da welche des Erbes wegen nach dem Leben trachten. Im Bauch einer Geliebten wartet schon ein Kind, und auch sonst kommt mancher als Mörder in Frage.

War's der Sohn, das genaue Gegenteil des Vaters? Der fanatische Ökobauer (David Zimmerschied) hasste den Genmais-verliebten Alten und seine riesigen Maisfelder, die der Gasgewinnung dienten. Irgendwann scheint er sich gar aus Reue über die Mordtat erhängen zu wollen, wird aber dann in letzter Sekunde gerettet. Dabei hatte der Vater, wie der Aufmacher nahelegt, mit einem letzten Anruf doch ausgerechnet dem Sohn mitgeteilt, dass er "alles ändern" wolle und in aller Deutlichkeit gesagt: "Ich bin Alois, dein Vater, ich will reinen Tisch machen mit allem!"

Ein Vater-Sohn-Drama spielt sich auch in der Polizistenfamilie der Germingers ab, mischt sich doch Franz senior, der pensionierte Polizeibeamte (Friedrich von Thun), immer wieder in die Belange des Juniors (Maximilian Brückner) ein. Dass Franz junior den Vater, der bei seinen Privatermittlungen immer wieder mal einen abgelaufenen Polizeiausweis aus der Tasche zaubert, allerdings lauthals mit einer Anzeige wegen "Amtsanmaßung" behelligen will, ist dann doch zu viel des Guten. Dazu ist Friedrich von Thun in der Rolle ein viel zu gemütlicher Mensch.

Anna, Franzens Schwester (Marlene Morreis), hat dagegen alles im Griff. Sie bringt ihre ganze Erfahrung aus allerlei Fortbildungskursen ein. Auf einen wie den Genmais-Manager Joon (Dominique Horwitz) wäre sie sicher nie hereingefallen. Was für ein dubioser Typ, der – man muss es ihm lassen – allerdings mit seinen Schmeicheleien Frauen wie nichts verführen kann. Mutter Erika (Gundi Ellert) jedenfalls verspricht sich von ihm ein neues Leben und muss am Ende doch traurig mit dem Trolly von dannen ziehen. Der "Traum von Sansibar" ist geplatzt.

"Der war's!", hätte der kleine Ballspieler im "Dritten Mann" bestimmt gesagt, im Anblick des dubiosen Herrn Joon vom Genmais-Konzern, der da so aufdringlich zwischen den Bauernhöfen wandert. Aber Horwitz grinst so cool, er beherrscht seine Casanovarolle so gut, dass man gar nicht glauben mag, er könnte der Mörder sein. Ein Mephistofeles ist er, und, sei's drum, ein Satan mit zwei "a".

Unterm Strich fehlt es dem dritten "Schwarzach"-Film etwas an Spannung, und letztlich auch an einer wirklich überraschenden Pointe. Immerhin wird der Zuschauer am Vorabend des 1. Mai auf schräge Weise 90 Minuten lang mit der trostlosen Genmais-Monokultur und ihren Folgen konfrontiert. Pädagogisch wertvoll ist das auf jeden Fall.


Quelle: teleschau – der Mediendienst