Auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt: Einen "Liebesrausch" gibt es hier nicht zu bestaunen. Stattdessen bekommt der Zuschauer im 13. Film der ZDF-Krimireihe "Unter anderen Umständen" (Regie: Judith Kennel) allerlei Liebeswirren vorgesetzt. Ein bisschen Seifenoper schwingt da mit, allzu kitschig wird's dennoch nicht. Dafür sorgt einmal mehr Natalia Wörner als supertaffe Ermittlerin Jana Winter, die diesmal ihr angestammtes Revier am nördlichsten Zipfel Deutschlands für eine kurze Stippvisite bei unseren dänischen Nachbarn verlässt.

Dafür sorgt zunächst ein gelbes, dänisches Nummernschild. Es prangt an einem schicken Sportflitzer, der nachts auf einer Landstraße einen Verkehrspolizisten über den Haufen fährt. Wenig später wird der Wagen auf einem Waldweg entdeckt – ausgerechnet von Winters Sohn Leo (Kian Schmidt). Ein etwas seltsamer Zufall, der dem Drehbuch von André Georgi da eingefallen ist, und etwas konstruiert geht's dann auch weiter.

Denn um sich den mühseligen Weg der Amtshilfe zu ersparen, lässt Winter kurzerhand ihren Freund und Kollegen Malte Larssen (Magnus Krepper) den Halter des Wagens recherchieren. Malte, einst im dänischen Polizeidienst und nun suspendiert, hatte der Zuschauer schon vor knapp zwei Jahren kennengelernt, im Fall "Das Versprechen". Bereits damals knisterte es zwischen dem nordisch-nüchternen Ermittler und seiner impulsiven deutschen Kollegin. Das ist jetzt, da Jana Winter zu ihm nach Kopenhagen fährt, nicht anders. Er würde ja so gerne, der Däne, aber die Deutsche, sie bleibt stets auf Distanz.

Ermittelt wird auch noch

Inmitten all der Gefühlswallungen wird dann schließlich doch noch ermittelt. Der Halter des Todeswagens, so stellt sich bald heraus, ist der manisch-depressive Karsten Rogge (Andreas Pietschmann). Der junge Mann wird allerdings wenig später tot aufgefunden – erschlagen. Und dann lugt wieder die Seifenoper in diesen Film: Denn Karstens Ehe mit seiner Frau Pernille (Lia Boysen) kriselt, der gemeinsame Sohn (Merlin Rose) macht sich derweil an die Tochter (Emma Drogunova) eines Freundes der Familie ran. Caro heißt die 15-Jährige, ein blasses, unschuldig wirkendes Ding ist sie – und hat es doch faustdick hinter den Ohren. Denn mit dem toten Karsten verband sie eine Beziehung, von der niemand etwas wissen sollte ...

Als Zuschauer muss man schon gut aufpassen, wer da jetzt mit wem und warum – Jana Winter aber boxt sich souverän durch dieses Gefühlskuddelmuddel, ihren eigenen Beziehungsstatus jedoch hält sie weiterhin in der Schwebe. "Es ist kompliziert" stünde wohl im Facebook-Profil der Ermittlerin, so sie denn eines besitzt. Man darf gespannt sein, ob es im nächsten Film der Reihe, der wohl in rund einem Jahr zu sehen ist, ein Wiedersehen gibt mit Malte Larssen aus Kopenhagen. Der Kommissarin würde man es wünschen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst