Unbekannte Details in Prinzessin Diana Doku: Erste Stunden nach der Tragödie
Zum 29. Todestag von Prinzessin Diana rekonstruiert The History Channel die ersten Stunden nach der Tragödie: In der Doku "Der Tag, an dem Diana starb" berichten Journalisten und Mitarbeiter der Krone, welche Entscheidungen unmittelbar nach dem Unfall getroffen wurden.
Wer an den Tod von Prinzessin Diana denkt, dem kommen wohl als Erstes die trauernden Massen in einem Blumenmeer vor Buckingham Palace in den Sinn, vielleicht auch Elton John, der auf ihrer Beerdigung "Candle in the wind" singt, und natürlich der damals 15-jährige Prinz William und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Prinz Harry, die mit gesenkten Häuptern hinter dem Sarg ihrer Mutter laufen. Die meisten dieser Bilder stammen aus den Tagen nach dem Tod der gerade einmal 36-Jährigen und waren in etlichen Dokumentationen über das tragische Großereignis zu sehen. Weniger bekannt ist hingegen, was unmittelbar nach dem letztlich tödlichen Autounfall von Prinzessin Diana und ihrem Geliebten Dodi Al-Fayed in Paris auf der ganzen Welt geschah, welche Entscheidungen getroffen und welche Maßnahmen ergriffen wurden. Diese Lücke füllt die sehr interessante Dokumentation "Der Tag, an dem Diana starb", die The History Channel an Dianas 29. Todestag am Montag, 31. August, um 21 Uhr, als deutsche TV-Premiere (sowie auf Abruf) zeigt.
Wie immer, wenn es um Diana geht, geht es natürlich auch um den Blick der Presse auf die junge Frau. Lucian J. Hudson etwa, der damals Redakteur bei BBC Newsdesk war, erinnert sich, wie ein "relativ ruhiges Wochenende" mit "einer der größten Geschichten" seiner Karriere enden sollte: "Ich wurde um Viertel vor eins morgens angerufen." Als er von dem Unfall erfuhr, rief er sofort den Moderator Nik Gowing an, der rund eine Stunde später bereits live auf Sendung war.
Prinzessin Diana: So erfuhr die Welt vom Tod der Königin der Herzen
Die beiden Journalisten erinnern sich an die schwierige Aufgabe, eine Live-Sendung mit Informationen über die schwer verletzte Prinzessin zu füllen und dabei nicht auf die bereits kursierenden Gerüchte und Falschinformationen hereinzufallen. "Die BBC stützte sich üblicherweise auf mehr als eine Quelle, um über Nachrichten zu berichten", betont Hudson. Als der Nachrichtensender gegen halb fünf Uhr morgens vom Tod Dianas erfuhr, wurde die Meldung skurrilerweise von einem Mann auf den Philippinen bestätigt: Die geplante Abreise des britischen Außenministers Robin Cook aus Manila wurde plötzlich verschoben – ein deutliches Zeichen für eine nationale Krise, bewertet die Doku. Und tatsächlich: Wenig später bestätigte Cook gegenüber der Presse Dianas Tod.
Für eine Zeit, in der es nur wenige Smartphones und kein Social Media gab, verbreitete sich die Nachricht erstaunlich schnell auf der ganzen Welt. Bereits um 5 Uhr morgens Ortszeit legten junge Menschen die ersten Blumen vor Buckingham Palace nieder, während die britische Regierung und andere Entscheidungsträger beratschlagten, wie es weitergehen sollte. Denn seit ihrer Scheidung von Prinz Charles war Diana kein offizielles Mitglied der königlichen Familie mehr, wurde von der Öffentlichkeit aber immer noch als Prinzessin wahrgenommen. Es ist eines von vielen Details, die dem Publikum mal wieder die sehr starren Regeln der Monarchie vor Augen führen.
Dianas Tod: Tony Blair prägte den Satz von der "Prinzessin des Volkes"
Für seine Entscheidung, selbst nach Paris zu reisen und den Leichnam seiner Ex-Frau nach England zu bringen, erhält Prinz Charles in der Doku Anerkennung. Und noch ein Mann kommt in dem Film unter Regie von Timothy Taggart gut weg: Tony Blair, der zum damaligen Zeitpunkt seit erst drei Monaten das Amt des Premierministers innehatte. Gegen 11 Uhr morgens trat er vor die Presse und verlieh Diana jenes Attribut, das sie bis heute auf der ganzen Welt führt: "Sie war die Prinzessin des Volkes." Blair sei "der Inbegriff eines Botschafters" gewesen, lobt Emily Maitlis, die damalige Wirtschaftskorrespondentin bei NBS Asia: "Er war brillant in der Kommunikation, brillant in der Vermittlung und brillant darin, den Moment einzufangen."
"Der Tag, an dem Diana starb" konzentriert sich auf die eher unbekannten Details und die Abläufe hinter den Kulissen. Bereits bekannte und viel diskutierte Tatsachen wie die Reaktionen der Queen und anderer Familienmitglieder auf den Tod werden allenfalls am Rande erwähnt. Am Ende sind es nicht zuletzt die Worte, mit denen die Fotografin Jayne Fincher beschreibt, wie Dianas Sarg unter den Augen der Presse an einem Londoner Militärflughafen eintraf: "Es herrschte dort eine sehr seltsame Atmosphäre, und wir waren alle sehr still. Wir holten unsere Kameras heraus und sahen alle ein bisschen verlegen aus. Ja, ich hatte das Gefühl, dass sich die Medien ausnahmsweise einmal ein bisschen schämten."
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH