"Teufel trägt Prada"-Regisseur packt aus: So tickt Meryl Streep hinter den Kulissen
20 Jahre sind vergangen, doch in einem einzigen Moment war plötzlich alles wieder da. Meryl Streep trug Mirandas berühmte weiße Perücke, Emily Blunt war wieder rothaarig, Anne Hathaway verwandelte sich zurück in Andy und Stanley Tucci stand als Nigel vor ihnen. Für Regisseur David Frankel war das erste gemeinsame Wiedersehen in Kostümen für "The Devil Wears Prada 2", der jetzt bei Disney+ gestreamt werden kann, ein Moment, den er wohl nie vergessen wird.
"Es war wie ein Familientreffen mit einer Familie, die man zwei Jahrzehnte lang nicht gesehen hat", erzählt Frankel gegenüber der Agentur teleschau. Plötzlich seien die Figuren, die sie 20 Jahre zuvor geschaffen hatten, "wieder zum Leben erwacht". "Es war bewegend und aufregend zugleich", erinnert er sich.
Besonders Meryl Streep erlebt der Regisseur hinter der Kamera ganz anders, als es ihre gefürchtete Miranda Priestly vermuten lässt. "Was ich an Meryl am meisten schätze, ist ihr Humor", verrät Frankel. "Sie ist wirklich einer der lustigsten Menschen auf diesem Planeten."
Meryl Streep wollte um ein Uhr nachts weiterdrehen
Gleichzeitig habe die inzwischen 77-Jährige eine Arbeitsweise, von der Frankel noch beim ersten Film viel gelernt habe. Streep wiederhole eine Szene nicht einfach. Sie probiere aus, verändere Kleinigkeiten und spiele mit ihren Möglichkeiten. "Jeder Take ist anders", verrät der Regisseur teleschau. Genau das liebe sie am Schauspiel: das Spielen.
Wie ernst Streep dabei nicht nur ihre eigene Rolle, sondern den gesamten Film nimmt, zeigte sich ausgerechnet am letzten Drehtag in Mailand. Es war bereits ein Uhr morgens, die Crew war erschöpft und eigentlich sollte eine geplante Aufnahme in der Galleria neben dem Mailänder Dom gestrichen werden. Doch Streep weigerte sich.
"Nein, nein, wir müssen das drehen", erinnert sich Frankel an ihre Reaktion. Es sei ihr egal gewesen, wie spät es werde. Sie wollte die Einstellung unbedingt noch im Film haben. "Ohne Meryl wäre diese Aufnahme nicht entstanden", gesteht der Regisseur.
Auch Autorin Aline Brosh McKenna schwärmt von der Zusammenarbeit. Immer wieder hätten sie und Streep sich während der Dreharbeiten in eine Ecke zurückgezogen, um gemeinsam an einzelnen Sätzen oder neuen Pointen zu tüfteln. Besonders beeindrucke sie, dass Streep dabei nie ausschließlich Miranda im Blick habe. "Sie denkt immer über das gesamte Werk nach", erklärt McKenna. Selbst wenn Streep eine Frage zu ihrer eigenen Szene stelle, gehe es ihr darum, was für die gesamte Geschichte am besten funktioniere.
Bei Emily Blunt musste sogar digital nachgeholfen werden
Doch Streep war nicht die Einzige, die hinter der Kamera für Überraschungen sorgte. Emily Blunt, deren Emily Charlton auf der Leinwand mit vernichtenden Blicken und bissigen Kommentaren glänzt, habe am Set vor allem eines getan: gelacht.
"Man muss sich eigentlich bei jeder Szene mit Emily vorstellen, dass sie sich in dem Moment, in dem jemand 'Cut' ruft, vor Lachen kaum noch halten kann", erzählt McKenna. Bei einer Aufnahme sei es sogar so schlimm gewesen, dass später mit visuellen Effekten nachgeholfen werden musste. Frankel verrät lachend: "Wir mussten ihren Kopf in einer Szene digital stabilisieren, damit man nicht sieht, dass sie kichert."
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH