Emily Blunt

Stil-Ikone Emily Blunt Vergrößern
Stil-Ikone Emily Blunt
Fotoquelle: Terry Straehley/shutterstock.com
Emily Olivia Leah Blunt
Geboren: 23.02.1983 in Roehampton, London, Großbritannien
Sternzeichen: Fische

Wer bei Emily Blunt an Mode denkt, liegt nicht so falsch: Zum einen war sie Miranda Priestlys (alias Meryl Streep) neurotische Assistentin in "Der Teufel trägt Prada" (2006) und schaffte es mit einer gekonnt zickig-überheblichen Art, Hauptdarstellerin Anne Hathaway das Leben schwer zu machen. Zum anderen zieht die Britin gekonnt alle Blicke auf sich, wenn sie in großer Robe über den roten Teppich schreitet. Schon längst hat sie sich - neben ihrem Ruf als begnadete Schauspielerin - den Ruf als Stil-Ikone gesichert. Emily Blunt hat es längst in die erste Liga der internationalen Filmbranche geschafft und gilt als Wunsch-Besetzung vieler Regisseure. Ein Augenaufschlag reicht aus und sie erzählt eine ganze Geschichte. Ein leichtes Zucken mit ihrer Wange und sie beweist mehr Ausdruckskraft als manch ein Kollege, der doppelt so alt ist wie Emily Blunt und über mehr Erfahrung verfügt.

Wie viele Schauspielerinnen fand sie über die Theaterbühne ihren Weg auf den Bildschirm und die Kinoleinwand. Die Tochter eines Anwalts und einer Lehrerin widmete sich bereits während ihrer Schulzeit der Theaterarbeit und wurde von der Schulbühne weg von einem Agenten entdeckt. Nach einjähriger Schauspielausbildung debütierte die damals 18-Jährige in "The Royal Family" am Theatre Royal Haymarket in London und überzeugte in der Rolle der Gwen Cavendish nicht nur das Publikum und die Kritiker, sondern auch ihre berühmten Kollegen Judi Dench und Toby Stephens, neben denen sie damals zu sehen war. Für ihre Darstellung wurde sie mit dem Evening Standard Award als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Anschließend übernahm sie in Richard Eyres Inszenierung von "Vincent in Brixton" am Londoner National Theatre den Part der Eugenie und gab an der Seite von Lex Shrapnel die weibliche Titelrolle in William Shakespeares Klassiker "Romeo und Julia".

2003 folgte mit dem Historiendrama "Boudica" ihr Fernsehdebüt. Hier schlüpfte sie nicht nur in die Rolle der Isolda an der Seite von Alex Kingston, die in der Titelrolle zu sehen war, sondern auch in ein historisches Kostüm. Daraufhin sah man Emily Blunt vorwiegend in Kostümfilmen. Im gleichen Jahr übernahm sie in Pete Travis' preisgekröntem Fernsehmehrteiler "Henry VIII" die Rolle der Catherine Howard, die fünfte Ehefrau des berüchtigten englischen Königs. Darüber hinaus konnte man sie in der englischen Fernsehserie "Foyle's War" sehen. In dem preisgekrönten und von Kritiker hochgelobten "My Summer of Love" (2004) erhielt sie ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm. Die Darstellung der reichen, gebildeten und verwöhnten höheren Tochter brachte Emily Blunt den Evening Standard British Film Award als meist versprechende Nachwuchsdarstellerin und internationales Ansehen ein. Außerdem wurde deutlich, dass Emily Blunt - neben Kostümrollen - auch als liebenswertes Biest durchaus zu überzeugen weiß. Weitere Hauptrollen folgten, oft als böses Mädchen, das man doch - irgendwie - gern hat.

Für die Darstellung der vernachlässigten Tochter eines erfolgreichen PR-Beraters in Stephen Poliakoffs "Gideon's Daughter" (2005) erhielt sie 2007 den Golden Globe als beste Nebendarstellerin in einer Serie. Zeitgleich war sie für ihre Rolle in "Der Teufel trägt Prada" als beste Nebendarstellerin in einem Film nominiert, ging hierbei jedoch leer aus. Es folgten verschiedene Angebote für US-amerikanische Kinoproduktionen. In dem belanglosen Horrorthriller "Der eisige Tod" (2007) agierte sie als arrogante Collegestudentin, die via Schwarzem Brett eine Mitfahrgelegenheit sucht und in einem Horrorszenario landet. Harmloser, aber nicht weniger belanglos, gibt sich da Robin Swicords "Der Jane Austen Club", der als Hommage an Jane Austens Romanwelt konzipiert war, jedoch als langweiliges Beziehungsdrama dahin dümpelt. Aufsehen erregender waren da die Tragikomödie "Dan - Mitten im Leben!" mit Steve Carell und Juliette Binoche und Mike Nichols' Drama "Der Krieg des Charlie Wilson" mit Tom Hanks, Amy Adams, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman, in denen sie jeweils in einer Nebenrolle zu sehen war.

Gemeinsam mit Amy Adams gab sie 2008 in Christine Jeffs Tragikomödie "Sunshine Cleaning" ein Geschwisterpaar, das sich aus einer Notsituation heraus dazu entscheidet, die Firma "Sunshine Cleaning" zu gründen, die sich darauf spezialisiert hat, blutige Verbrechensschauplätze wieder auf Vordermann zu bringen. Eine schräg-skurrile und bittersüße Interpretation des amerikanischen Traums, in der sowohl Amy Adams als auch Emily Blunt ihre Rollen bemerkenswert gut spielen. In einer weiteren Hauptrolle agierte sie neben Tom Hanks und John Malkovich in der Komödie "Der große Buck Howard" (2008). Im Jahr darauf übernahm Emily Blunt die Titelrolle in "Young Victoria" und kehrte - pompös gekleidet - zum Kostümfilm zurück. In Jean-Marc Vallées Filmbiografie rund um die junge deutschstämmige Queen geht es um deren Liebe zu Prinz Albert, ihrem deutschen Cousin, der von Rupert Friend verkörpert wird. Neben den beiden englischen Nachwuchsdarstellern schlüpften auch Paul Bettany und Miranda Richardson in historische Kostüme. Die Rolle als junge und lebenslustige Monarchin brachte Emily Blunt vielfaches Kritikerlob und eine Nominierung für den Golden Globe ein.

Nach den Dreharbeiten zu "The Young Victoria" stand sie für das Remake des Horror-Klassikers "Der Wolfsmensch" vor der Kamera. "Wolfman" kam im Februar 2010 in die deutschen Kinos, konnte aber weder die Kritiker noch das Publikum überzeugen. Für Emily Blunt war es der erste Action geladene Blockbuster ihrer Karriere, mit dem sie sich definitiv keinen Gefallen getan hat. Das pointierte Spiel, für das die Jungdarstellerin bekannt ist, fällt den vielen Spezialeffekten zum Opfer. Für die Rolle hatte sie sich entschieden, weil sie unbedingt neben Benicio Del Toro vor der Kamera stehen wollte. Es wäre besser gewesen, wenn sie statt der Besetzungsliste erst einmal das Drehbuch gelesen hätte. Außerdem war sie 2010 neben Bill Nighy, Rupert Grint und Rupert Everett in Jonathan Lynns Komödie "Wild Target - Romanze in Blei" zu sehen. Bill Nighy spielt hier einen Auftragskiller, der mit seinem vermeintlichen Opfer sympathisiert, seinen Auftrag nicht ausführt und die junge Frau, gespielt von Emily Blunt, verschont.

Weitere Filme und Serien mit Emily Blunt: "Tod auf dem Nil" (TV-Serie, 2004), "Empire - Cäsars letzter Wille" (Mehrteiler), "The Strange Case of Sherlock Holmes & Arthur Conan Doyle", "Unwiderstehlich" (alle 2005), "Curiosity" (Kurzfilm), "Die Simpsons" (TV-Serie, Sprecherin, beide 2009), "Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu" (2010), "Der Plan", "Gnomeo und Julia" (Sprecherin), "Lachsfischen im Jemen" (alle 2011), "Fast verheiratet", "Looper" (beide 2012).


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