Nach einer Monsterinvasion sind die überlebenden Menschen gezwungen, in völliger Stille zu leben. So verständigen sich Evelyn (Emily Blunt, links) und ihre Tochter Regan (Millicent Simmonds) in Gebärdensprache.
"A Quiet Place" ist ein packender Endzeit-Thriller mit einer originellen Grundidee.

A Quiet Place

KINOSTART: 12.04.2018 • Thriller • USA (2018) • 90 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
A Quiet Place
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
17.000.000 USD
Einspielergebnis
328.260.889 USD
Laufzeit
90 Minuten

Filmkritik

Handfester Schrecken
Von Christopher Diekhaus

Dass Endzeitfilme seit längerem Hochkonjunktur haben, liegt möglicherweise an den unruhigen Zeiten, in denen wir leben. Erst im Januar 2018 erreichte der beklemmende Epidemie-Thriller "It Comes At Night" die hiesigen Kinos und schleuderte das Publikum in eine spannungsgeladene, minimalistisch gehaltene Paranoia-Kulisse. Mit "A Quiet Place" erscheint nun ein weiterer schweißtreibender Genrevertreter, der ein kammerspielartiges Szenario aus dem Boden stampft.

Schon die ersten Bilder einer verlassenen, heruntergekommenen Straßenzeile verdeutlichen, dass die Welt in einer nahen Zukunft in ihren Grundfesten erschüttert wurde. Die Zivilisation ist zusammengebrochen. Die Menschen sind zu Überlebenskämpfern mutiert. Am 89. Tag einer nicht näher erläuterten Monsterinvasion deckt sich die Familie Abbott – bestehend aus dem Ehepaar Evelyn (Emily Blunt) und Lee (Blunts Gatte John Krasinski) und den Kindern Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und Beau (Cade Woodward) – in einem Supermarkt mit Vorräten ein.

So weit, so gewöhnlich. Zu etwas Besonderem wird "A Quiet Place" dadurch, dass sich die Protagonisten fast ausschließlich in Gebärdensprache verständigen. Zum einen, um die gehörlose Regan – ihre Darstellerin ist auch im wahren Leben taub – nicht auszuschließen. Zum anderen, weil die Lage schlichtweg absolute Ruhe erfordert. Denn wie der Zuschauer nur wenig später erfährt, handelt es sich bei den offenbar außerirdischen Eindringlingen um aggressive, blinde Kreaturen mit einem erschreckend feinen Hörvermögen. Am Ende der bedrückend stillen, aber fesselnden Einführungssequenz steht ein tragischer Zwischenfall, der unmissverständlich zeigt, dass jeder Laut die tödliche Gefahr heraufbeschwören kann.

Ein Baby als Sicherheitsrisiko 

Nach einem größeren Zeitsprung taucht Regisseur John Krasinski ("Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie") noch tiefer in den unheimlichen Alltag der Abbotts ein, die sich in einem alten Farmhaus verstecken. Evelyn ist mittlerweile hochschwanger. Angesichts der prekären Umstände kann sich die Familie jedoch nicht wirklich auf die Geburt freuen, da ein Baby ein akutes Sicherheitsrisiko darstellt.

Anders als im heutigen Horrorkino üblich, lässt sich Krasinski ausreichend Zeit für die Vorstellung der Figuren und die Beschreibung ihres von ständiger Angst geprägten Lebens. Evelyn, Lee und Co. haben sich, so gut es eben geht, an die grausamen Bedingungen angepasst und Strategien zum Überleben entwickelt. Auch bei ihnen köcheln Konflikte, Enttäuschungen und Gewissensbisse vor sich hin. Richtig ausleben können sie ihre Emotionen jedoch nicht. Denn über allem steht das Gebot der Stille, das der Film effektiv nutzt, um den Betrachter in einen permanenten Alarmzustand zu versetzen.

Inmitten der Ruhe wirken selbst kleine Geräusche wie ein Donnerschlag und treiben den Puls schlagartig nach oben. Vor allem in Momenten unmittelbarer Gefahr erklingt die bedrohlich pumpende Musik aus der Feder von Marco Beltrami, die einen intensitätssteigernden Charakter hat. Krasinski spielt in seiner dritten Regiearbeit versiert mit den Möglichkeiten der Tonspur und sichert sich so die volle Aufmerksamkeit der Kinogänger.

Kleine Schönheitsfehler

Evelyn, Lee und ihre Kinder sind erfreulicherweise keine plumpen Funktionsträger, sie fühlen sich, auch dank der sensibel-kraftvollen Darstellerleistungen, wie Menschen aus Fleisch und Blut an. Ihr Wohlergehen liegt einem am Herzen, womit sich "A Quiet Place" von vielen ähnlich gelagerten Spannungswerken abhebt. Nichtsdestotrotz hat Krasinski keine Scheu, auf etablierte Horrorstilmittel zurückzugreifen. Immer mal wieder baut er in das Geschehen markige Schockeffekte ein. Und gerade in der zweiten Hälfte verläuft die nach wie vor packende Handlung in eher konventionellen Genrebahnen.

Kleine Abstriche gibt es nicht nur für die etwas aufgeblasenen Gesten im Showdown. Ins Auge sticht auch, dass die Rollenverteilung manchmal arg klassisch ausfällt und die faszinierende Figur der gehörlosen Regan nicht in vollem Umfang ausgereizt wird. Diese Schönheitsfehler ändern allerdings nichts daran, dass der mit beeindruckend aussehenden Monstern aufwartende Endzeitthriller unter die Haut geht und handfesten Schrecken verbreitet.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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