Janosch ist tot: Diese 10 Bücher machten den Erfinder der Tigerente berühmt
Mit dem kleinen Tiger, dem kleinen Bären und der Tigerente hat Janosch Kultfiguren geschaffen, die zahlreiche Generationen von Kindern begleitet und begeistert haben. Am 3. November 2026 verstarb der Schriftsteller und Illustrator im Alter von 95 Jahren in seiner Wahlheimat Teneriffa. Zurück bleibt ein umfangreiches literarisches Werk, das weit über die bekannten Geschichten aus Panama hinausgeht.
Mehr als 100 Kinderbücher hat Janosch im Laufe seines Lebens geschrieben. Seinen großen Durchbruch feierte er im Jahr 1978 mit "Oh, wie schön ist Panama". Vorher hatte er bereits fast zwei Jahrzehnte lang Geschichten veröffentlicht. Wir blicken auf zehn seiner bekanntesten und wichtigsten Werke zurück – von den ersten Kinderbüchern bis zum Roman, in dem er eigene Erfahrungen verarbeitete.
1. "Oh, wie schön ist Panama" (1978)
Das wohl bekannteste Buch von Janosch. Der kleine Tiger und der kleine Bär leben zusammen in ihrem Haus am Fluss. Eines Tages findet der kleine Bär eine Kiste, die nach Bananen duftet und die Aufschrift "Panama" trägt. Die beiden Freunde entscheiden: Dort muss es schöner sein als überall sonst.
So machen sich die beiden mit ihrer Tigerente auf die Reise. Unterwegs begegnen sie verschiedenen Tieren, bis sie schließlich an einen Ort gelangen, den sie für Panama halten. Dass sie in Wirklichkeit im Kreis gelaufen und wieder zu Hause angekommen sind, merken sie nicht. Die Geschichte über Freundschaft, Sehnsucht und das Glück zu Hause wurde 1979 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. 2006 kam der gleichnamige Film ins Kino.
2. "Post für den Tiger" (1980)
Auch in diesem Kinderbuch dreht sich alles um die Freundschaft zwischen dem Tiger und dem Bären. Der kleine Tiger vermisst seinen Freund schrecklich, wenn dieser zum Angeln geht, und sucht eine Möglichkeit, mit dem kleinen Bären in Kontakt zu bleiben.
Der kleine Bär beginnt, seinem Freund Briefe zu schreiben. Daraus entwickelt sich eine Geschichte über das Briefeschreiben und den Austausch von Nachrichten. Janosch erzählt dabei auf seine typische, humorvolle Weise, wie wichtig es sein kann, auch über eine größere Entfernung mit seinen Freunden verbunden zu bleiben.
3. "Ich mach dich gesund, sagte der Bär" (1985)
Eines Tages wird der kleine Tiger krank. Somit ist für den kleinen Bären klar, dass er sich um seinen Freund kümmern muss. Er versorgt ihn und versucht, ihm seine Schmerzen zu nehmen. Schließlich muss der kleine Tiger sogar ins Krankenhaus.
Das Buch zeigt, wie viel Trost und Sicherheit Freundschaft geben kann. Besonders für junge Kinder macht Janosch das Thema Krankheit auf eine verständliche Weise zugänglich. Die Geschichte gehört bis heute zu den bekanntesten Abenteuern der beiden Freunde.
4. "Komm, wir finden einen Schatz" (1979)
Was braucht man, um glücklich zu sein? Dieser Frage gehen der kleine Tiger und der kleine Bär in "Komm, wir finden einen Schatz" nach. Die beiden entscheiden sich, reich zu werden, und machen sich auf die Suche nach dem größten Glück der Welt.
Dabei erleben sie verschiedene Abenteuer und begegnen Figuren, die ihre eigenen Vorstellungen von wahrem Glück haben. Hinter der Handlung steckt, ähnlich wie in "Oh, wie schön ist Panama", eine größere Frage: Sind Geld und Reichtum tatsächlich das Wichtigste im Leben? Janosch verbindet diese Überlegung mit einer unterhaltsamen Geschichte.
5. "Guten Tag, kleines Schweinchen" (1987)
Die Freundschaft zwischen dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären wird in diesem Buch auf eine harte Probe gestellt. Der kleine Tiger lernt ein Schweinchen kennen, mit dem er sich gut versteht. So verbringen die beiden viel Zeit miteinander, spielen und haben viel Spaß. Der kleine Tiger zieht sogar beim Schweinchen ein.
Der kleine Bär bleibt allein zurück und vermisst seinen alten Freund. Die Geschichte handelt von neuen Freundschaften, Eifersucht und der Angst, einen geliebten Menschen zu verlieren. Dabei zeigt Janosch, dass auch enge Freundschaften nicht immer frei von Konflikten sind.
6. "Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad" (1992)
Wie Kinder müssen auch Tiger und Bär das Fahrradfahren erst erlernen. Der kleine Tiger wünscht sich ein eigenes Fahrrad. Nach anfänglicher Skepsis des kleinen Bären besorgen sie gemeinsam mit dem großen Waldbären und Tante Gans ein passendes Rad.
Anschließend muss der kleine Tiger nicht nur lernen, wie man Fahrrad fährt, sondern auch, welche Regeln er im Straßenverkehr beachten muss. Spielerisch wird in dieser Geschichte vermittelt, worauf Kinder beim Fahren achten müssen. Der Humor bleibt in diesem Buch nicht auf der Strecke.
7. "Tiger und Bär im Straßenverkehr" (1990)
Nicht nur auf dem Rad, sondern auch zu Fuß müssen sich die beiden Freunde zurechtfinden. In dieser Geschichte möchte der kleine Tiger seinem Freund zeigen, wie man sicher über die Straße geht. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass er selbst noch einiges lernen muss.
Glücklicherweise lernen sie Herrn Bibernasel kennen, der ihnen erklärt, worauf die beiden achten müssen. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat und vermittelt Kindern auf unterhaltsame Weise grundlegende Verkehrsregeln.
8. "Die Geschichte von Valek dem Pferd" (1960)
Lange bevor Tiger und Bär die Kinderzimmer eroberten, begann Janoschs schriftstellerische Karriere mit einer anderen Figur. "Die Geschichte von Valek dem Pferd" war sein erstes Kinderbuch. Damals war der Künstler gerade einmal 29 Jahre alt.
Der erhoffte Erfolg ließ aber noch auf sich warten. Dennoch markiert das Buch den Beginn einer jahrzehntelangen Karriere als Kinderbuchautor. Erst 18 Jahre später gelang ihm der Durchbruch.
9. "Der Josa mit der Zauberfiedel" (1960)
Aus dem gleichen Jahr stammt die Geschichte vom kleinen Josa. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der eine besondere Zauberfiedel besitzt. Mit ihrer Musik kann er Dinge und sogar mächtige Könige verkleinern.
Das Buch gehört zu seinen frühen Werken und zeigt bereits seine Vorliebe für ungewöhnliche Figuren und fantasievolle Geschichten. Anders als bei den Abenteuern von Tiger und Bär stehen hier Märchenmotive und magische Elemente im Vordergrund.
10. "Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm" (1970)
Janosch hat nicht nur Kinderbücher veröffentlicht, sondern auch Bücher für Erwachsene. Das zeigt sein Roman "Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm" aus dem Jahr 1970. Darin beschäftigt er sich mit dem Leben in Oberschlesien, wo er selbst aufgewachsen ist.
Im Gegensatz zu den warmherzigen Geschichten rund um Tiger und Bär werden hier deutlich rauere Töne angeschlagen. Der Roman setzt sich mit den schwierigen Lebensverhältnissen in seiner Herkunftsregion auseinander und zeigt eine andere Seite des Schriftstellers.
Janoschs Bücher erzählen vor allem von Freundschaft, Sehnsucht und Zusammenhalt, manchmal aber auch von Einsamkeit, Trauer und Enttäuschung. Viele seiner Geschichten lassen sich deshalb nicht nur als Kinderunterhaltung lesen. Besonders Tiger und Bär sind über die Jahrzehnte zu festen Figuren der deutschen Kinderbuchliteratur geworden. Auch nach dem Tod ihres Schöpfers werden sie sicherlich weiterhin ihren Platz in vielen Bücherregalen finden.
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