Schwierige Aufgabe

Kann Jürgen Klopp die DFB-Elf retten? Wolff Fuss äußert Zweifel

29.07.2026, 14.47 Uhr
Wolff Fuss äußert im Podcast Zweifel an Julian Nagelsmanns Eignung als Bundestrainer und betont die Herausforderungen für Jürgen Klopp in seiner neuen Rolle.

Als Live-Kommentator für Magenta TV hat Wolff Fuss das enttäuschende Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft hautnah miterlebt. Im "TOMorrow Business Podcast" machte sich der erfahrene Reporter nun Gedanken über die Gründe und kam dabei ausführlich auf den zurückgetretenen Bundestrainer zu sprechen.

Dass Julian Nagelsmann "ein guter Trainer" sei, stehe für ihn außer Frage, sagte Fuss: "Aber vielleicht war er für diesen Job letztlich einfach zu jung im Sinne von zu unerfahren." Der 50-Jährige macht die Beobachtung an einer Reihe augenscheinlich nicht konsistenter Entscheidungen fest, etwa beim Standing der Angreifer Deniz Undav und Leroy Sané oder bei Torwart Manuel Neuer, den der Bundestrainer "in vorauseilendem Gehorsam" in die Nationalmannschaft zurückgeholt habe.

Wolff Fuss wirft Julian Nagelsmann mangelnde Führungsstärke vor

Nagelsmann habe "offensichtlich nicht die Führungsqualität" gehabt, "um dann auch taktisch vorzuspuren", glaubt Fuss. Das sei der große Unterschied etwa zum älteren Trainerkollegen Thomas Tuchel, der England auf Platz drei geführt hat. Tuchel sei ein sehr erfahrener Trainer, der das System vorgebe: "Er trifft harte Entscheidungen, indem er vier Top-Stars einfach nicht mitnimmt", sagte Fuss. "Und dann gucke ich auf Julian Nagelsmann und frage, wo hat er harte Entscheidungen getroffen, und sehe, eigentlich hat er keine harten Entscheidungen getroffen. Er hat versucht, es allen recht zu machen und das ist nicht der Job des Bundestrainers."

In diesem Sinne habe Julian Nagelsmann "eine gewisse Reife gefehlt für den Job des Bundestrainers". Deshalb sei es ihm nicht möglich gewesen, "seine Entscheidung, gegen alle Widerstände durchzudrücken in einer vollkommenen Klarheit und in einer vollkommenen Überzeugung".

Kann Jürgen Klopp die Probleme der Nationalmannschaft lösen?

Vom neuen Bundestrainer Jürgen Klopp – während der WM noch Fuss' Expertenkollege bei Magenta TV – erwarte er aufgrund der langjährigen Erfahrung "eine andere Herangehensweise". Wunderdinge, mahnt Fuss, könne aber auch der 59-Jährige nicht vollbringen: "Die Nationalmannschaft hat im Moment eine extrem hohe Bedürftigkeit, und dementsprechend ist Jürgen Klopp derjenige, der bei den Problemen helfen kann." Ob er sie beheben könne, stehe auf einem anderen Blatt: "Weil er ja auch nur auf den Spielerfundus zurückgreifen kann, der ihm eben vorliegt."

Dies sei der "große Unterschied zum Vereinstrainer Klopp, der nachverpflichten konnte, und je weiter er sich entwickelt hat mit den Clubs, umso hochpreisiger konnte er nachverpflichten". Als Nationaltrainer könne der frühere Mainzer, Dortmunder und Liverpooler nun lediglich in den deutschen U-Auswahlen "wildern", erklärte Fuss. "Aber er kann jetzt nicht dafür sorgen, dass irgendein brasilianischer Torhüter noch kommt oder ein holländischer Innenverteidiger, den man mal eben für 100 Millionen verpflichtet."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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