Das Finale von "Heartstopper": Ein Abschied voller Gefühle
Herzschmerz und Nostalgie, aber auch Aufbruchsstimmung, und die Schmetterlinge flattern sowieso weiter: Mit "Heartstopper Forever" schickt Netflix das bezauberndste Liebespaar der jüngeren Fernsehgeschichte in ein Finale voller Irrungen und Wirrungen. Nach drei Staffeln beendet der Streaming-Anbieter die Coming-of-Age-Sensation ab 17. Juli mit einem grandiosen Filmfinale. Das ist vor allem eines: ein Geschenk für hoffnungslose Romantiker.
So ehrlich, so witzig, so einfallsreich wie kaum ein anderes Format erzählte "Heartstopper" drei Staffeln lang mit einer gewissen Gelassenheit von Schmetterlingen im Bauch auf der einen und Homophobie auf der anderen Seite. Die LGBTQ-Serie, basierend auf den Graphic Novels von Alice Oseman, zeigt wie das so ist mit der ersten Liebe, mit dem ganzen Chaos und den Unsicherheiten, mit denen sich von Gefühlen übermannte Teenager plötzlich konfrontiert sehen.
Kann die erste Liebe wirklich für immer halten?
Im Mittelpunkt stehen wieder Charlie (Joe Locke) und Nick (Kit Connor). Das Grandiose an ihrer Liebesgeschichte ist: Sie wurde schon unendliche Male erzählt und könnte normaler kaum sein. Auf der einen Seite ist da das Mauerblümchen, auf der anderen der Überflieger. Beide verlieben sich trotz sozialem Druck, trotz Vorurteilen, trotz scheinbar unüberwindlicher Hürden – mit all den Peinlichkeiten, Sprüchen und ganz großen Gefühlen, die dazugehören.
Doch nun geht die gemeinsame Schulzeit zu Ende. Nick bereitet sich auf die Uni vor, Charlie wird zum Schulsprecher gewählt und will all jenen ein sicheres Umfeld bieten, die queer sind, unsicher, anders. Niemand soll Angst haben, zur Schule zu gehen. Gleichzeitig lastet die Aussicht auf eine Fernbeziehung auf Charlie und Nick. Ihre Liebe erlebt nicht mehr nur Höhen, sondern auch mehr Tiefen, als ihnen lieb sein kann.
Gerade darin aber lag immer schon die Stärke von "Heartstopper": Die Serie hat nie verschwiegen, dass Liebe nicht nur aus Herzklopfen besteht. Sie bedeutet auch Streit, Zweifel, Verletzlichkeit. Im abschließenden Film kommt die Frage hinzu, ob die erste Liebe wirklich für immer halten kann.
Schmetterlingsgefühle und Unsicherheit
Warmherzig im Ton und quicklebendig in der Optik erzählt auch der Abschlussfilm von Schmetterlingsgefühlen und Unsicherheit, von Aufbruch und Verlust. Das ist realistisch, aber nie bitter. Schön zu sehen ist auch, dass die Nebenfiguren Raum bekommen: Elle (Yasmin Finney) und Tao (William Gao), Tara (Coorinna Brown) und Darcy (Kizzy Edgell), Imogen (Rhea Norwood) und Isaac (Tobie Donovan) müssen im Prinzip dieselben Erfahrungen machen, wie Charlie und Nick und sich vielleicht schon eingestehen, dass Teenager-Beziehungen zwar ewig, aber selten das ganze Leben halten.
Man mag es in dem Alter vielleicht nicht wahrhaben wollen, aber der Ernst des Lebens steht irgendwann unvermeidlich vor der Tür und begehrt Einlass. Die jungen Menschen wollen und müssen ihren eigenen Weg gehen. Und manchmal, das ist die bittersüße Realität, kann man nur etwas Neues entdecken, wenn man etwas Altes hinter sich lässt. Die Freunde wird es nach dem Ende ihrer Schulzeit in alle Teile Großbritanniens und nach Europa verschlagen. Sie wollen studieren, ihre sportliche Karriere verfolgen, ihre künstlerischen Ambitionen ausleben.
Ist jetzt also alles vorbei? Nein, denn "Heartstopper" wäre nicht "Heartstopper", wenn es nicht trotzdem ein optimistisches Ende geben würde. Was man einmal erlebt und gefühlt hat, bleibt für immer. Und das ist weniger kitschig, als es vielleicht klingt.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH