Prime Video setzt auf Erotik-Dramedy: So funktioniert "Friends, Sex and Games"
Lange fackeln die Macher der neuen Prime-Video-Serie "Friends, Sex and Games" wahrlich nicht. Schon in den ersten Sequenzen zeigen sie ihre Protagonisten in der neuen Erotik-Dramedy (ab 16. Oktober) in ihren intimsten Momenten. Doch während bei Julie (Salka Weber) und Valentin (Martin Bruchmann) ihr Hund beim amourösen Vergnügen dazwischenfunkt, werden Bella (Mona Pirzad) und Leo (Pascal Houdus) von ihren Kindern vom Liebesglück abgehalten. Und Paul (Fridolin Sandmeyer)? Der weist die Fantasien seiner Frau Anna (Paula Kalenberg) von einem heißen Abenteuer auf der Terrasse denkbar spießig zurück: "Da sind im Sommer zu viele Mücken."
Kurz gesagt: Die drei Paare – alte Freunde aus Schulzeiten – stecken alle auf ihre ganz eigene Art und Weise in der Routine fest. Letztere bringt dann aber ein Rückkehrer gewaltig ins Wanken: Der einstige Schulschwarm Samu (Eric Cordes) lässt sich nach seinen DJ-Abenteuern wieder in der Heimat von einst blicken. Er lebt mit Partnerin Siena (Lilja van der Zwaag) das vermeintlich prickelnde (Liebes)Leben, das sich auch die anderen Paare wünschen.
"Friends Sex and Games" zeigt Partnertausch, Eifersucht und alte Gefühle
Doch plötzlich tut sich die Chance darauf auch für den Rest auf: Bei einem gemeinsamen Abendessen laden Samu und Siena infolge eines Trinkspiels den Rest der Truppe zu einem Spiel der besonderen Art ein. Alle Männer werfen ihre Schlüssel in eine Schale. Anschließend schnappt sich jede Frau einen der Schlüssel – und verbringt mit dem Besitzer die Nacht. Was lustig klingt, provoziert einige Konflikte ...
Während sich bei den einen alte, längst verdrängte Gefühle Bahn brechen, führen anderswo völlig unerwartete Entwicklungen zu ersten Verwerfungen. Denn die vom Spiel auferlegten Regeln (unter anderem "Kein Verlieben") sind das eine, deren Umsetzung das andere. Getrieben von reichlich garantiert nicht jugendfreiem Voyeurismus entspinnen die Regisseurinnen Barbara Kronenberg und Sinje Köhler ("Doppelhaushälfte") einen ziemlich chaotischen Plot – samt Erregung öffentlichen Ärgernisses, eines Gefängnisaufenthalts und Scrabble mit unerwartetem Ende. Sogar Ski Aggu schaut für einen Gastauftritt vorbei.
Prime-Serie bleibt trotz freizügiger Inszenierung erstaunlich blass
Die optischen Schauwerte des Prime Originals mögen stimmen. Doch egal, ob die eher flachen Charaktere oder die wenig überraschenden Handlungswendungen, so recht im Kopf bleibt "Friends, Sex and Games" nicht. Ob die Serie an den Erfolg der mexikanischen Vorlage "El Juego de las Llaves" anknüpfen kann, darf also bezweifelt werden: Die bringt es bereits auf drei Staffeln, eine weitere ist angekündigt.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH