"Verkleidet und Sketche vorgeführt": So begann die Karriere von Josefine Preuß
Josefine Preuß gehört heute zu den bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands. Vielen ist sie als Lena Schneider aus "Türkisch für Anfänger" bekannt, andere kennen sie als Charlotte "Charlie" Winkler aus der ZDF-Reihe "Dr. Nice". Doch ihre Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte Preuß schon lange, bevor sie einem Millionenpublikum bekannt wurde.
Geboren wurde Josefine Preuß am 13. Januar 1986 in Zehdenick. Aufgewachsen ist sie gemeinsam mit ihrer älteren Schwester in Potsdam. Bereits als Kind zog es sie auf die Bühne. In der Potsdamer Theatergruppe Taifun sammelte sie erste Erfahrungen und stand später auch am Hans-Otto-Theater auf der Bühne.
Dass die Schauspielerei einmal mehr als nur ein Hobby werden könnte, deutete sich offenbar schon früh an. In einem Interview mit der Agentur teleschau erzählt Preuß, ihre Eltern und Großeltern erzählen immer, dass sie schon als Kleinkind "vorgespielt und gebrabbelt" hätte. "Zu Hause habe ich mich verkleidet, Sketche vorgeführt, meine Cousins und Cousinen genötigt, irgendwelche Filmszenen nachzuspielen. Als ich acht oder neun war, las mein Vater in der Potsdamer Tageszeitung einen Aufruf für eine Kinderstatistenrolle im Hans-Otto-Theater für die Potsdamer Festspiele", erinnert sie sich im Gespräch. Für Preuß war das die Gelegenheit, erste Theaterluft zu schnuppern. Sie ging zum Casting und bekam tatsächlich eine Rolle in Mozarts Oper "Die falsche Einfalt".
"Schloss Einstein" als Sprungbrett
Der Sprung ins Fernsehen folgte nur wenige Jahre später. Mit 14 Jahren wurde Preuß im Jahr 2000 Teil der Besetzung von "Schloss Einstein". Als Anna Reichenbach spielte sie zunächst eine intrigante und zickige Schülerin, deren Figur sich im Laufe der Zeit zu einer tragenden Rolle entwickelte. Drei Jahre lang blieb Preuß der Serie erhalten. 2006 kehrte sie noch einmal für einige Folgen zurück.
Während ihre Schauspielkarriere langsam Fahrt aufnahm, sammelte Preuß auch Erfahrungen als Moderatorin. Von 2004 bis 2007 präsentierte sie das KiKA-Magazin "quergelesen". Gleichzeitig übernahm sie erste größere Rollen in Film und Fernsehen. Der große Durchbruch ließ schließlich nicht lange auf sich warten: Mit "Türkisch für Anfänger" wurde Josefine Preuß einem breiten Publikum bekannt. Von 2006 bis 2008 spielte sie Lena Schneider, die rebellische Tochter der Familie Schneider. Die ARD-Serie entwickelte sich zum Publikumserfolg und machte Preuß zu einem festen Gesicht im deutschen Fernsehen. 2011 kehrte sie für die Kinoversion von "Türkisch für Anfänger" noch einmal in ihre bekannte Rolle zurück.
"Das ist ein Sport, der mich gepackt hat"
Danach zeigte die Schauspielerin, wie vielseitig sie ist. Es folgten Rollen in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. Zu ihren bekannten Arbeiten gehören unter anderem "Rubinrot", "Saphirblau", "Smaragdgrün", "Lotta", "Das Sacher" und "Schattengrund". Auch als Synchron- und Hörbuchsprecherin ist Preuß tätig. In der Animationsfilmreihe "Hotel Transsilvanien" leiht sie beispielsweise der Figur Mavis ihre Stimme.
Seit 2023 ist Preuß außerdem Teil der ZDF-Reihe "Dr. Nice". Dort spielt sie Charlotte "Charlie" Winkler, die Stiefmutter von Lea. Die neuen Folgen starten am 11. Oktober um 20.15 Uhr im ZDF.
Abseits der Schauspielerei hat Preuß eine ungewöhnliche Leidenschaft für sich entdeckt: das Bogenschießen. Der Sport kam durch einen ihrer Jobs in ihr Leben. Für ihre Rolle in "Die Pilgerin" musste sie sich die Technik aneignen und fand offenbar Gefallen daran. "Damals hatte ich Training mit der deutschen Meisterin. Außer als Kind war ich nie besonders sportlich, aber das ist ein Sport, der mich gepackt hat", erzählt sie im Gespräch mit der Agentur teleschau.
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH