"OPUS KLASSIK 2026": Kritik zur Preisverleihung im ZDF mit Désirée Nosbusch
Klassische Musik ist nicht cool und wird nie cool sein. Und das ist völlig in Ordnung, denn: Klassik, das ist eine der höchsten und edelsten Kunstformen überhaupt. "Ernste Musik", wie man es früher mal in Abgrenzung von der vermeintlich minderwertigen "Unterhaltungsmusik" nannte. Klassische Musik war, ist und bleibt elitär. Aber das alles heißt ja nicht, dass eine Klassik-Preisverleihung automatisch auch eine durchgehend steife und langweilige Veranstaltung sein muss. Der "OPUS KLASSIK 2026" soll wieder zeigen, wie es richtig geht.
Die Verantwortlichen im Hintergrund suchen schon seit ein paar Jahren nach Wegen, bei der "OPUS KLASSIK"-Gala mehr Lockerheit zuzulassen, ohne dass gleich das Abendkleid verrutscht oder die Fliege aus dem Hemd fällt. Diesen Wegen folgt man auch 2026, wenn die Klassik-Szene sich abermalig zur Jahresfeier im Konzerthaus Berlin trifft, um etablierte Stars und vielversprechende neue Talente zu feiern.
"Recycling Concerto" mit Instrumenten aus Abfall
Erneut werden Preise in 30 verschiedenen Kategorien vergeben, von "Sänger des Jahres" und "Bestseller des Jahres" bis "Neoklassik" und "Nachwuchskünstler des Jahres". Zu den Ausgezeichneten gehören unter anderem Jonas Kaufmann, Katharina Konradi, Anna Lucia Richter, Andrè Schuen und Lang Lang. Gregor A. Mayrhofer darf den "Innovationspreis für Nachhaltigkeit" entgegennehmen: Mit Abfall-Instrumenten wird er bei einem "Recycling Concerto" demonstrieren, "wie aus Müll Musik wird" – es dürfte dieser wohl einer der "lockersten" Momente des Abends werden, so wie er vor 20 oder 30 Jahren bei vergleichbaren Events noch undenkbar gewesen wäre.
Das ZDF sendet die Preisverleihung wie gewohnt zeitversetzt und in leicht eingekürzter Zwei-Stunden-Fassung. Moderiert wird der "OPUS KLASSIK 2026" von Désirée Nosbusch, die schon in den letzten Jahren so durch die Veranstaltung zu führen wusste, dass man auch gerne folgte. Am Rande der Bühne mit dem Konzerthausorchester Berlin unter Leitung von Anna Rakitina ist derweil wieder "heute-show"-Frechdachs Fabian Köster unterwegs, um den versammelten Klassik-Adel ein wenig zu narren und der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten – "humorvolle Zwischentöne", so nennt es das ZDF. Oder eben: "OPUS KLASSIK", gar nicht mal so uncool.
OPUS KLASSIK 2026 – So. 11.10. – ZDF: 22.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH