" Familien unter Druck": Kritik zur ZDF-Reportage von Jovanna Weber und Marie Koytek
In Deutschland gilt inzwischen jedes siebte Kind als armutsgefährdet. Dabei hängt nicht zuletzt die Bildung vom Einkommen der Eltern und dem damit verbundenen Bildungsgrad ab, wie eine jüngst veröffentlichte Pisa-Studie beweist. Eine der Ursachen: Die finanzielle Lage junger Familien verschlechtert sich durch steigende Lebenshaltungskosten und geringere Einkommen. Die ZDF-Reportage "Familien unter Druck" von Jovanna Weber und Marie Koytek fragt bei jungen Familien nach, ob ihr Auskommen mit Kinderzuwachs denn reicht.
"Wir brauchen Betreuungszeiten, auf die wir uns wirklich verlassen können", sagt Iris aus Sersheim (Baden-Württemberg), die zusammen mit ihrem Mann Armin zwei Kinder hat. Aus Mangel an Kita-Plätzen kann Iris nach ihrer zweiten Elternzeit nicht in ihren Beruf zurückkehren, Armin muss daher die laufenden Kosten der Familie alleine übernehmen. Unerwartete Ausgaben können so zu einer großen Belastung werden.
Der 52-jährige Hauswart Farhad aus Wolfenbüttel kämpft inzwischen als Alleinerziehender mit zwei Kindern am Limit. Nach Feierabend kümmert er sich neben dem Haushalt um die Hausaufgabenbetreuung und die Freizeitgestaltung der Kinder. "Ich möchte, dass es ihnen gut geht", so sagt er, "aber trotz Vollzeitjob müssen wir überall sparen."
In Wuppertal versucht Elena Merlakova als Leiterin einer Kindertafel mit Essensbetreuung und Lernhilfe unterprivilegierten Kindern eine neue Chance zu geben. "Bildung ist der wichtigste Weg aus der Armut", erklärt sie. "Wir möchten mit unserem Angebot verhindern, dass diese Kinder die Tafelkunden von morgen werden." – Der Armut trotzen auch Jannik und Katharina, die – beide Studierende – zu ihrer schweren Entscheidung stehen, trotz Vollzeitstress früh Eltern zu werden.
ZDF.reportage: Familien unter Druck – Sa. 10.10. – ZDF: 17.35 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH