"Am Puls mit Dunja Hayali - Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?"

Streit um Doku mit Dunja Hayali: Deutsche Bahn fordert Löschung aus ZDF-Mediathek

31.07.2026, 14.34 Uhr
Die Deutsche Bahn fordert Änderungen an der ZDF-Doku "Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?" mit Dunja Hayali. Das ZDF lehnt dies ab und verteidigt die aktuelle Fassung der Dokumentation.
Dunja Hayali
ZDF-Journalistin Dunja Hayali fühlte der Deutschen Bahn im Doku-Film "Am Puls mit Dunja Hayali - Unsere Bahn: geliebt, verflucht - gefährlich?" auf den Zahn.  Fotoquelle: ZDF / Felix Korfmann

Nach zwei Korrekturen fordert die Deutsche Bahn weitere Änderungen an der ZDF-Doku "Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ mit Dunja Hayali. Andernfalls soll der Sender den Film aus der Mediathek entfernen. Das ZDF lehnt das ab.

In der 44-minütigen Doku "Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?" beschäftigt sich die Journalistin mit den Problemen des Konzerns. Hayali spricht mit Reisenden, Beschäftigten, Experten und der seit Oktober 2025 amtierenden Bahnchefin Evelyn Palla. Im Mittelpunkt stehen Verspätungen, die schleppende Digitalisierung des Schienennetzes und Sicherheitsfragen. Der Film wurde am 19. Juli 2026 veröffentlicht und ist weiterhin in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Deutsche Bahn spricht von einem "verzerrten Gesamtbild" in der ZDF-Doku

Die Deutsche Bahn wirft dem Film eine einseitige und teilweise fehlerhafte Darstellung vor. Nach Darstellung des Konzerns, über die unter anderem die "Bild" unter Berufung auf die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, enthalte die Doku "nachweislich unwahre Tatsachenbehauptungen" und lasse "an verschiedenen Stellen wesentliche entlastende Tatsachen" weg. Dadurch entstehe ein "verzerrtes Gesamtbild" des Unternehmens. Die Bahn fordert umfangreiche Änderungen oder die vollständige Entfernung des Beitrags aus der Mediathek.

Zwei Darstellungen in Grafiken hat das ZDF bereits berichtigt. In einer Grafik war zunächst von keinem vollständig digitalen Stellwerk bei der Deutschen Bahn die Rede. In der überarbeiteten Fassung werden drei solcher Stellwerke genannt. Zudem wurde bei einem Vergleich mit Belgien klargestellt, dass sich die dort angegebene Pünktlichkeit auf den gesamten Personenverkehr und nicht nur auf den Fernverkehr bezieht. Das ZDF weist auf der Seite zur Sendung auf beide Korrekturen hin.

Nach Darstellung der Bahn wurden die Punkte erst nach juristischer Geltendmachung durch ihre Anwälte geändert. Der Konzern kritisiert außerdem, dass weitere Informationen nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Dazu zählen aus Sicht der Bahn Hinweise auf Investitionen in die Digitalisierung sowie auf Maßnahmen nach dem Zugunglück von Burgrain.

Doku mit Dunja Hayali: ZDF lehnt weitere Änderungen und die Entfernung ab

Das ZDF widerspricht der Darstellung der Bahn. Die Unterlassungserklärung zur ursprünglich mit "0" angegebenen Zahl digitaler Stellwerke sei "im Sinne eines Entgegenkommens" und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht abgegeben worden. Die weitergehenden Forderungen bezeichnet der Sender als "unzulässigen Versuch, eine kritische Berichterstattung in Gänze zu unterbinden".

Auch eine Entfernung der Doku aus der Mediathek kommt für das ZDF nicht infrage. Die aktuell abrufbare Fassung weise nach Darstellung des Senders "keine inhaltlichen Mängel" auf. Deshalb sehe man weder einen Grund für zusätzliche Anpassungen noch für eine Löschung.

Die Deutsche Bahn hält dem entgegen, dass nach ihrer Rechtsauffassung auch eine formal nicht falsche, aber unvollständige Berichterstattung rechtswidrig sein könne, wenn wesentliche Informationen fehlen und dadurch ein falscher Eindruck entsteht.

Ob der Konzern weitere rechtliche Schritte einleitet, bleibt offen.

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