Die besten Filme mit Tom Hanks

26.05.2026
Es gibt Schauspieler, die spielen Rollen. Und es gibt Tom Hanks, der ganze Filme so souverän zusammenhält, als wäre es ein Tanz. Mal ist er Gestrandeter, mal Astronaut, mal Pilot, mal kompletter Durchschnittstyp, der plötzlich mitten in einer Geschichte steht, die sehr viel größer ist als er selbst. Hanks gewann zwei Oscars in Folge für Philadelphia und Forrest Gump und gehört bis heute zu den wenigen Schauspielern, denen diese Meisterleistung gelungen ist.
Die besten Filme mit Tom Hanks
Tom Hanks in "Forrest Gump" (1994)   Fotoquelle: picture alliance / COLLECTION CHRISTOPHEL | Paramount Pictures

Big – 1988

Josh Baskin ist zwölf und hat die naheliegende Fehlidee, endlich erwachsen sein zu wollen. Am nächsten Morgen ist der Wunsch erfüllt: Josh steckt plötzlich im Körper eines Erwachsenen und muss sich durch New York, einen Job und eine Welt bewegen, die von außen nach Freiheit aussieht, in Wahrheit aber vor allem aus Verlegenheit, Regeln und seltsamen Gesprächen besteht. Tom Hanks spielt Josh nicht einfach nur kindlich, sondern mit genau dieser Mischung aus Staunen, Übermut und völliger Ehrlichkeit, die normalen Erwachsenen längst abhandengekommen ist.

Gut zu wissen:

  • Die Klavier-Szene bei FAO Schwarz wurde zu einem der ikonischsten Filmmomente der Achtziger.
  • Tom Hanks bekam für die Rolle seine erste Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller.
  • Der Film half entscheidend dabei, Hanks vom Comedy-Gesicht zum echten Kinostar zu machen.

Philadelphia – 1993

Andrew Beckett (Tom Hanks) ist ein erfolgreicher Anwalt in einer angesehenen Kanzlei. Als seine Arbeitgeber erfahren, dass er HIV hat, wird er entlassen. Offiziell aus vorgeschobenen Gründen, tatsächlich aber aus Angst, Vorurteilen und blanker Feigheit. Beckett zieht vor Gericht und findet in Joe Miller (Denzel Washington) einen Anwalt, der den Fall zunächst ablehnt und sich dann doch darauf einlässt.

Philadelphia war einer der ersten großen Hollywood-Filme, die AIDS, Diskriminierung und Homophobie so direkt ins Zentrum rückten. Tom Hanks spielt Beckett ruhig, präzise und ohne jeden großen Effekt. Noch immer trifft der Film hart und hat nichts von seiner Intensität verloren.

Gut zu wissen:

  • Tom Hanks gewann für diese Rolle seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller.
  • Bruce Springsteen bekam für „Streets of Philadelphia“ den Oscar für den besten Filmsong.
  • Für die Rolle nahm Tom Hanks deutlich ab, um Becketts körperlichen Verfall glaubwürdig zu zeigen.

Sleepless in Seattle – 1993

Sam Baldwin (Tom Hanks) hat seine Frau verloren und zieht mit seinem Sohn Jonah nach Seattle. Als Jonah heimlich bei einer Radiosendung anruft, um für seinen Vater eine neue Frau zu finden, hören plötzlich unzählige Menschen zu, darunter auch Annie Reed (Meg Ryan), die eigentlich längst verlobt ist. Die beiden kennen sich nicht, begegnen sich fast den ganzen Film über nicht wirklich, und trotzdem baut Sleepless in Seattle aus dieser Entfernung eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Neunziger.

Gut zu wissen:

  • Der Film lehnt sich deutlich an Die große Liebe meines Lebens / An Affair to Remember an, bis hin zum Empire State Building als entscheidendem Ort.
  • Sleepless in Seattle wurde 1993 zum Überraschungshit und war damals zeitweise die erfolgreichste startende Romcom überhaupt.
  • Mit You’ve Got Mail (E-Mail für Dich) bekam das Duo Tom Hanks und Meg Ryan wenige Jahre später noch einmal eine gemeinsame Romcom, in der ihre Chemie mindestens genauso treffsicher funktioniert.

Forrest Gump – 1994

Forrest Gump (Tom Hanks) ist überhaupt kein Held im klassischen Sinn. Er will meistens einfach nur das Richtige tun, seine Ruhe haben und zu den Menschen halten, die ihm wichtig sind. Blöderweise landet er damit immer wieder an Orten, an denen plötzlich Weltgeschichte passiert. Forrest geht aufs College, zieht in den Vietnamkrieg, wird zum Tischtennis-Star, entdeckt ein Geschäftstalent, das er selbst kaum bemerkt, läuft quer durch die USA und versammelt dabei ganz nebenbei eine joggende Anhängerschaft.

Der Film betrachtet seine Hauptfigur nie von oben herab. Forrest ist nicht der Witz, sondern der ruhige Mittelpunkt in einer Welt, die dauernd komplizierter tut, als sie sein müsste. Tom Hanks spielt das mit so viel Wärme, Timing und Genauigkeit, dass aus einer an sich ziemlich wilden Lebensgeschichte etwas sehr Direktes wird.

Gut zu wissen:

  • Tom Hanks gewann für die Rolle seinen zweiten Oscar in Folge, direkt nach Philadelphia.
  • Der Satz „Life is like a box of chocolates“ gehört längst zu den bekanntesten Filmzitaten überhaupt.
  • Forrest begegnet im Film immer wieder realen historischen Ereignissen und Figuren. Dies war dank einer gekonnten cineastischen Trickkiste möglich.

Apollo 13 – 1995

Eigentlich soll die Mission zum Mond routiniert verlaufen. Dann explodiert an Bord ein Sauerstofftank, und aus einem Prestigeprojekt wird ein Überlebenskampf im All. Jim Lovell (Tom Hanks), Jack Swigert (Kevin Bacon) und Fred Haise (Bill Paxton) sitzen plötzlich in einem Raumschiff, das sie nicht mehr einfach nach Plan nach Hause bringt. Während die Crew oben mit Strom, Sauerstoff und Nerven haushalten muss, versucht die NASA am Boden, aus Technik und Improvisation eine Rettungslösung zu bauen.

Gut zu wissen:

  • Der berühmte Satz „Houston, wir haben ein Problem“ ist Popkultur.
  • Viele Schwerelosigkeits-Szenen entstanden nicht mit Tricks im Studio, sondern in speziellen Parabelflügen.
  • Der echte Jim Lovell hat im Film einen kurzen Cameo-Auftritt.

Toy Story – 1995

„You’ve Got a Friend in Me“: Wenn Andy nicht im Zimmer ist, werden seine Spielzeuge lebendig. Angeführt wird die Truppe von Cowboy Woody, im Original gesprochen von Tom Hanks (deutsche Synchronisation: Peer Augustinski, auch bekannt als deutsche Stimme von Robin Williams), der lange ganz selbstverständlich Andys Lieblingsspielzeug war. Dann taucht Buzz Lightyear auf, ein glänzender Space Ranger mit eingebautem Größenwahn. Was als Eifersucht zwischen zwei Spielzeugen beginnt, wird schnell zu einem Abenteuer, bei dem Woody und Buzz irgendwie miteinander klarkommen müssen, ob sie wollen oder nicht.

Toy Story war nicht einfach nur ein Animationsfilm, sondern vielmehr ein Umbruch. Die Idee ist einfach, der Ton schnell, und die Figuren funktionieren bis heute. Tom Hanks gibt Woody genau die richtige Mischung aus Wärme, Nervosität und leicht gekränktem Stolz.

Gut zu wissen:

  • Toy Story war der erste komplett computeranimierte Langfilm der Kinogeschichte.
  • Woody sollte anfangs deutlich unsympathischer werden, bevor die Figur in der Entwicklung wärmer und zugänglicher angelegt wurde.
  • Tom Hanks als Woody und Tim Allen als Buzz Lightyear wurden zu einem der bekanntesten Sprecher-Duos des Animationskinos.

Der Soldat James Ryan – 1998

Nach der Landung in der Normandie bekommt Captain John Miller (Tom Hanks) den Auftrag, den Soldaten James Ryan (Matt Damon) zu finden und nach Hause zu bringen. Ryan hat mehrere Brüder im Krieg verloren, deshalb soll wenigstens einer der Söhne überleben. Miller zieht mit seiner Einheit durch zerstörtes Gelände, vorbei an Kämpfen, Angst und der ständigen Frage, was dieser Auftrag eigentlich noch wert ist.

Der Film zeigt Krieg nicht als Heldenspektakel, sondern als brutalen Ausnahmezustand. Tom Hanks spielt Miller ruhig, kontrolliert und gerade deshalb stark. Besonders die erste halbe Stunde hat sich ins Filmgedächtnis eingebrannt.

Gut zu wissen:

  • Die Eröffnungssequenz am Omaha Beach gilt bis heute als Meilenstein des Kriegsfilms.
  • Der Film hat viele spätere Kriegsfilme und -serien sichtbar geprägt.
  • Für die Dreharbeiten musste ein großer Teil des Casts ein hartes Militär-Bootcamp bei Ex-Marine Dale Dye absolvieren, damit Auftreten, Bewegung und Gruppengefühl glaubwürdiger wirken.

The Green Mile – 1999

Paul Edgecomb (Tom Hanks) arbeitet in den 1930er Jahren als Aufseher im Todestrakt eines Gefängnisses. Dort trifft er auf John Coffey (Michael Clarke Duncan), einen riesigen, stillen Häftling, der wegen eines schrecklichen Verbrechens auf seine Hinrichtung wartet. Mit der Zeit merkt Paul, dass mit diesem Mann etwas nicht stimmt...

The Green Mile ist Gefängnisfilm, Fantasy-Drama und moralischer Belastungstest zugleich. Der Film nimmt sich Zeit, aber genau daraus zieht er seine Wucht. Tom Hanks spielt Paul nicht als harten Vollzugsprofi, sondern als Mann, der langsam begreift, dass Recht und Gerechtigkeit sehr verschiedene Dinge sein können.

Gut zu wissen:

  • Michael Clarke Duncan bekam für John Coffey eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller.
  • Um John Coffey noch größer wirken zu lassen, arbeitete der Film unter anderem mit speziellen Kamerawinkeln.
  • Der Film basiert auf Stephen Kings gleichnamiger Fortsetzungsroman-Reihe von 1996.

Cast Away – Verschollen – 2000

Chuck Noland (Tom Hanks) arbeitet für FedEx und lebt nach Uhr, Plan und Effizienz. Nach einem Flugzeugabsturz strandet er auf einer einsamen Insel und muss dort jahrelang allein überleben. Aus dem Mann, der vorher jede Minute kontrollieren wollte, wird jemand, der erst einmal lernen muss, wie man Feuer macht, Nahrung findet und mit kompletter Isolation klarkommt.

Der Film trägt sich fast komplett über Tom Hanks. Dabei geht es nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, was mit einem Menschen passiert, wenn plötzlich alles wegfällt, woran er sich vorher festgehalten hat.

Gut zu wissen:

  • Regisseur Robert Zemeckis unterbrach die Dreharbeiten für mehrere Monate, damit Tom Hanks sichtbar Gewicht verlieren und körperlich glaubwürdig verändert zurückkehren konnte.
  • Wilson, der Volleyball, wurde zu einer der berühmtesten Nicht-Figuren der Filmgeschichte.
  • Der Film zeigt große Teile von Chucks Inselzeit fast ohne Dialog, was erstaunlich intensiv klappt.

Catch Me If You Can – 2002

Frank Abagnale Jr. (Leonardo DiCaprio) ist noch keine 20 und gibt sich schon als Pilot, Arzt und Anwalt aus – mit gefälschten Schecks, gut sitzenden Anzügen und erstaunlich viel Dreistigkeit. Je länger er damit durchkommt, desto größer wird der Spaß für ihn und desto größer das Problem für Carl Hanratty (Tom Hanks), den FBI-Agenten, der ihm beharrlich hinterherjagt. Aus dieser Verfolgung wird kein klassisches Katz-und-Maus-Spiel mit viel Gebrüll, sondern ein Duell aus Geduld, Beobachtung und der Frage, wer den anderen eigentlich besser versteht.

Gut zu wissen:

  • Die Geschichte basiert auf dem echten Hochstapler Frank Abagnale Jr., auch wenn der Film manches sichtbar zuspitzt.
  • Spielberg inszeniert das Ganze bewusst leicht und schnell, obwohl darunter ziemlich viel Einsamkeit liegt.
  • Tom Hanks und Leonardo DiCaprio spielen hier nicht einfach Gegner, sondern zwei Männer, die sich auf seltsame Weise gegenseitig sortieren.

Terminal – 2004

Viktor Navorski (Tom Hanks) landet in New York – und kann den Flughafen nicht mehr verlassen. Während seines Flugs ist in seiner Heimat ein politischer Umsturz passiert, sein Pass gilt nicht mehr, und damit ist Viktor offiziell weder richtig eingereist noch einfach zurückschickbar. Also bleibt er im Terminal hängen. Tag für Tag. Zwischen Sicherheitsleuten, Reinigungspersonal, Fast Food und dem ständigen Versuch, sich in einem System zu bewegen, das für so einen Fall eigentlich gar keinen Platz vorgesehen hat.

Terminal ist eine dieser Tom-Hanks-Rollen, die deshalb Sogwirkung entfalten, weil er Viktor nicht als Gag spielt. Der Mann ist höflich, verloren, erfinderisch und manchmal erstaunlich stur. Daraus macht der Film eine Geschichte über Warten, Improvisieren und die Kunst, selbst im Ausnahmezustand nicht völlig den Halt zu verlieren.

Gut zu wissen:

  • Die Idee wurde von der Geschichte eines Mannes inspiriert, der jahrelang auf einem Flughafen lebte.
  • Für den Film wurde ein riesiges Terminal-Set gebaut, statt einfach nur in einem echten Flughafen zu drehen.
  • Tom Hanks spielt Viktor mit einem erfundenen osteuropäischen Akzent, der die Figur noch ein Stück eigenwilliger macht.

Sully – 2016

Als Flugkapitän Chesley „Sully“ Sullenberger (Tom Hanks) kurz nach dem Start beide Triebwerke verliert, entscheidet er sich für eine Notwasserung auf dem Hudson River. Alle 155 Menschen an Bord überleben. Was nach einem klaren Heldenmoment klingt, wird danach schnell komplizierter: Untersuchungen, Simulationen und die Frage, ob Sully wirklich richtig gehandelt hat oder ob er doch noch einen Flughafen hätte erreichen können. Tom Hanks spielt keinen Mann, der sich feiern lässt, sondern einen, der unter Schock steht und trotzdem erklären soll, warum er in Sekunden entschieden hat, worüber andere später in Ruhe Tabellen anlegen, Taktiken zurechtlegen – und scheitern.

Gut zu wissen:

  • Die echte Notwasserung auf dem Hudson River passierte am 15. Januar 2009 und wurde als „Miracle on the Hudson“ bekannt.
  • Regie führte Clint Eastwood, der den Stoff bewusst knapp und konzentriert erzählt.
  • Der Film zeigt nicht nur den Flug selbst, sondern auch die Untersuchungen danach.