Marcelline ist nicht nur eine gefeierte Schauspielerin, sie arbeitet auch permanent. Derzeit probt sie Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande". Doch der junge Regisseur setzt nicht auf Psychologie sondern auf Bewegung. Unerbittlich jagt er die Darsteller über die Bühne. Doch auch außerhalb des Theaters ist alles schnelllebig. Dies wird Marcelline überdeutlich, als ihre Gynäkologin sie darauf hinweist, dass sie bald 40 Jahre werden wird. Schon findet sich die starke Frau in einer Sinnkrise. Kann in nächtlichen Gesprächen der Geist ihres verstorbenen Vaters helfen?

Valeria Bruni-Tedeschi mimt hier nicht nur mit Bravour eine vereinsamte Schauspielerin in einer Lebenskrise, sie führte hier auch zum zweiten Mal Regie. Dabei wechselt sie gekonnt zwischen Bühne, Alltag und Traumwelt, lässt Turgenjews Protagonistin Natalia Petrovna ein Eigenleben entwickeln und erzählt somit auf mehreren Ebenen von Gewohnheiten und Sehnsüchten. Leider fehlt es dem Ganzen manchmal an Distanz. Aber auch das ist wohl gewollt.

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