USA 1964, Cassius Clay hat es geschafft: Nach dem Sieg über Sonny Liston ist er erstmals Boxweltmeister im Schwergewicht. Doch sein größter Kampf steht gerade erst bevor: Nachdem er sich öffentlich zum Islam bekannt und den Namen Muhammad Ali angenommen hat, rücken die Medien und die Öffentlichkeit von ihm ab. In einer Zeit, die geprägt ist von Rassenunruhen und blutigen Anschlägen auf schwarze Führer, verweigert Ali den Eintritt in die US Army: Er will nicht gegen die Bürger Vietnams kämpfen. Der Boxverband sperrt den Champion, die Gerichte machen Jagd auf ihn. Ali, der Unbesiegbare, scheint am Boden zerstört, sein Weltmeistertitel wird ihm aberkannt, seine Karriere auf Jahre hinaus beendet. Aber Muhammad Ali gibt nicht auf. 1971 kehrt er zurück und verliert gegen Joe Frazier. Im Januar 1974 erreicht er die Revanche und den Sieg gegen Frazier. Und dann im Oktober 1974 steigt auf afrikanischem Boden, in Kinshasa, Zaire, der Kampf des Jahrhunderts gegen den bisher unbesiegbaren George Foreman. Aber hat Ali nach den Jahren des Niedergangs und des Comebacks auch nur den Hauch einer Chance beim "Rumble in the Jungle"?

"They never come back" hieß es einmal: Wer seinen Weltmeistertitel im Boxen einmal verloren hatte, war weg vom Fenster. Bis Muhammad Ali die Welt eines Besseren belehrte. Heute gilt der an Parkinson leidende Ali als einer der größten Boxer aller Zeiten, doch seine Karriere war eine Achterbahnfahrt. Die ambitionierte Filmbiografie von Michael Mann ("Heat", "The Insider") zeigt die bewegten Jahre zwischen 1964 und 1974. Michael Mann hakt über Parallelmontagen allerdings nicht allein biographische Eckdaten ab. Auch und gerade das Zeitkolorit und die Atmosphäre sind ihm wichtig. Das zeigen die sich wandelnden Musiksequenzen der Sechziger- und Siebzigerjahre, die für Michael Mann immer wieder Anlass für breite, fast schon videoclipartige Sequenzen geben, in denen Songs als Chiffre für die jeweilige Zeit stehen. Bei dieser Erzähltechnik nimmt es nicht wunder, dass Michael Mann sehr viel Zeit braucht. Zwischen den gelegentlichen fesselnden Momenten macht sich deshalb immer wieder Langeweile breit. Durch diesen recht selbstverliebten Stil auf satte 157 Minuten ausgewalzt, bietet "Ali" letztlich nur auf darstellerischer Ebene Überzeugendes. Will Smith brilliert in der Titelrolle und erhielt dafür eine Oscar-Nominierung. Für diese physisch äußerst anspruchsvolle Rolle trainierte sich Smith ein paar Kilo Muskeln an und gibt im Ring eine glaubhafte Figur ab.

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