Ein US-Miltärstraflager: Hier ist der Tag penibel geregelt, um vier Uhr morgens heißt es raus aus den Betten, fortan werden die Gefangenen unter Menschen verachtenden Verhältnissen angebrüllt, drangsaliert, misshandelt und sogar gefoltert.

Als am 15. Mai 1963 "Brig" in New York von dem weltbekannten ww.livingtheatre.org Living Theatre uraufgeführt wurde, war der Skandal perfekt. Noch nie hatte jemand gewagt, den Alltag in einem Militärknast auf derart drastische Weise darzustellen. Beruhend auf einem Manuskript des ehemaligen Marinesoldaten Kenneth H. Brown, vertraten die Living Theatre-Gründer Judith Malina und Julian Beck einen seinerzeit einzigartigen radikal-pazifistischen Standpunkt. Rund 45 Jahre später wurde das auch heute noch hochaktuelle Stück - man denke nur an Guantanamo und Abu Ghraib - in New York erneut aufgeführt, Regie und Ensemble wurden dafür mit dem begehrten Obie-Award ausgezeichnet. Die Filmemacher Karin Kaper und Dirk Szusies, die bereits ihre Regiearbeit "Resist" dem Living Theatre widmeten, haben anlässlich der Europapremiere die Inszenierung begleitet und geben dabei auch aufschlussreiche Blicke hinter die Kulissen.

Foto: Karin Kaper