Antonio ist nett und ordentlich, Claudie hingegen lungert herum, klaut und weiß nicht, was sie will. Antonio ist Bauarbeiter, sehr selbständig und stammt aus Spanien, Claudie lebt allein in der französischen Provinz und ist gefühlsmäßig von der Mutter abhängig. Zwei Personen voller Gegensätze also, die sich bekanntlich anziehen...

Nachwuchsregisseur und Drehbuchautor Manuel Poirier, der für seine herrliche Beziehungskomödie "Western" - ein Roadmovie - 1997 den Jury-Spezialpreis in Cannes gewann, strickte eine einfache Liebesgeschichte zwischen zwei komplizierten Personen. Natürlich erhebt Poiret nicht den moralischen Zeigefinger, stellt Gradlinigkeit nicht der Orientierungslosigkeit gegenüber. Statt dessen begreifen wir innere Haltungen wie Selbstvertrauen und Angst. Auch in "Western" spielte Poiret mit zwei Hauptprotagonisten (Paco und Nino) und mit viel Sinn für Humor. Der bleibt immer taktvoll und zielt nicht unter die Gürtellinie. Die Charakterzüge der Filmprotagonisten werden zum Motor für Poiriers Geschichten. Diese Grundlagen für das Filmschaffen des begabten französischen Nachwuchsregisseurs finden wir bereits fünf Jahre vorher in "Antonios Freundin", Poirers erster größerer Arbeit. Der Regisseur setzte wie in "Western" auch hier bereits auf den stämmigen Schauspieler Sergi Lopez in der Hauptrolle des Antonio.