Während des Zweiten Weltkriegs hat die jüdische Sängerin Rachel in den von Deutschen besetzten Niederlanden ein Versteck auf dem Lande. Doch als ausgerechnet dieser Hof von einer Bombe zerstört wird, schließt sich die junge Frau einer Gruppe Flüchtlinge an, der auch ihre Eltern angehören. Doch die Gruppe gerät in die Hände einer Patrouille, die alle Flüchtlinge ermorden und ausrauben. Rachel überlebt wie durch ein Wunder. Nun tritt sie einer Widerstandsgruppe bei, nennt sich fortan Ellis de Vries und beginnt eine Affäre mit dem Offizier Müntze. Der bietet ihr prompt eine Stelle als Schreibkraft an. Als der Widerstandstrupp gefangene Kameraden befreien will, scheitert das Unternehmen kläglich. Zu spät wird klar, dass ein Verräter in eigenen Reihen sitzt, der seinerzeit schon den Flüchtlingstrupp ans Messer lieferte. So wartet Rachel gemeinsam mit Müntze das Ende des Krieges ab. Dann jedoch überschlagen sich die tragischen Ereignisse ...

Lange hat es gedauert, bis Paul Verhoeven wieder einen Film vorgelegt hat. Doch das Warten hat sich gelohnt. Wieder zurück in seinem Heimatland hat er mit seinem alten Drehbuchpartner Gerard Soeteman (von "Was sehe ich...! Was sehe ich...!" über den erfolgreichen "Türkische Früchte" bis zu "Flesh & Blood") einen packenden Kriegsthriller inszeniert. Inspiriert von wahren Ereignissen taucht Verhoeven in die Vergangenheit und lässt jene Zeit wie schon in "Der Soldat von Oranien" durchaus ambivalent aufleben. Hier gibt es kein Schwarz und Weiß. Drecksäcke und Kriegsgewinnler gibt es auf beiden Seiten. Und auch einige Nazis zeigen menschliche Züge. Spannend bis zum bitteren Schluss verlangte Verhoeven vor allem von seiner Hauptdarstellerin einiges: Sich etwa vor laufender Kamera die Schambehaarung zu färben oder sich mit einem Kübel Exkremente übergießen zu lassen gehört sicherlich nicht zum alltäglichen Handwerk eines Schauspielers. Ein fesselndes Meisterwerk!

Foto: NFP (Warner)/Egoli Tossell Film AG