Während der erbitterten Schlußphase des Krieges entbrennt zwischen zwei Offizieren ein fanatischer Kampf um dieses Abzeichen: zwischen dem maßlos ehrgeizigen Fliegerleutnant Stachel der aus kleinen Verhältnissen stammt, und dem blasiert-arroganten Fliegerleutnant Willi von Klugermann, einem begüterten Adligen. Bei einem waghalsigen Flugmanöver, bei dem jeder dem anderen beweisen will, daß er der bessere Flieger ist, stürzt Klugermann in den Tod. Stachel bucht noch zwei Abschüsse des Toten auf sein eigenes Konto und erhält - jetzt also mit 22 Abschüssen - aus der Hand des Kronprinzen den lange ersehnten Orden. Dem kriegsmüden deutschen Volk wird der junge Leutnant Stachel von Generaloberst von Klugermann, dem Onkel des Gefallenen, als Vaterlands-Held präsentiert. Dessen Frau Kathrin ist als liebestolle Mätresse eine stets willkommene Abwechslung für die Fliegerstaffel, auch für Leutnant Stachel. Sein Fehler aber ist, daß er die Dame kränkt. Schnell meldet sie Stachels fälschlich angegebene Feindabschüsse, und ihr Mann schickt den Ehrgeizling mit einer fluguntauglichen Neukonstruktion in den Tod.

Aufwändiger, technisch brillanter Kriegsfilm um eine Flugstaffel am Ende des Ersten Weltkrieges: "Der blaue Max", 1965 von dem englischen Regisseur John Guillermin inszeniert und nun farbrestauriert, besticht nicht nur mit packenden Luftkampfszenen, sondern auch durch seine interessante Dramaturgie der zwischenmenschlichen Beziehungen beim Militär. Der internationalen Top-Besetzung gelingt es auch im Dialog immer wieder, verhaltene Kritik am soldatischen Heldentum und Ehrenkodex anzubringen. "Blauer Max" nannten die Engländer den Orden "Pour le Mérite", die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung während des Ersten Weltkrieges, zu dessen Trägern unter anderem Manfred Freiherr von Richthofen und der spätere Hitler-Paladin Hermann Göring gehörten.

Foto: ZDF/Taurus Film