Eine bohèmehafte Gesellschaft versammelt sich auf dem Landgut der Schauspielerin Arkadina, wo ein Theaterstück ihres Sohnes Konstantin aufgeführt wird. Dabei begegnet Arkadinas Freund, der berühmte Schriftsteller Trigorin, der jungen Nina, die Schauspielerin werden will. Beide verlieben sich ineinander. Nina reist dem Schriftsteller in die Stadt nach. Doch dort scheitert sie als Schauspielerin an ihrem mangelnden Talent, bekommt ein Kind von Trigorin und wird bald von ihm verlassen und vergessen. Zwei Jahre später versammelt sich die gleiche Gesellschaft erneut auf dem Landgut - nur Nina fehlt. Die Gäste vertreiben sich die Zeit, bis in einem Nebenzimmer ein Schuss fällt...

Sidney Lumets Version des Dramas "Die Möwe" ist der Glücksfall einer Tschechow-Verfilmung: Ein "Schauspielerfilm" im besten Sinn. Mit seiner Adaption wandte sich der amerikanische Filmregisseur 1968 erstmals einem europäischen Klassiker zu und hielt sich dabei strikt an das Original. Der Film zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der jeder seine Wünsche und Hoffnungen auf Unerreichbares projiziert, weil er mit der Gegenwart und ihren realen Anforderungen nicht zurechtkommt. Alle Figuren leben so dicht aneinander vorbei, dass man es fast für ein Miteinander halten kann. Für die Rolle der arrivierten, alternden Schauspielerin Arkadina hat Lumet in Simone Signoret eine kongeniale Besetzung gefunden. Nicht weniger prominent und profiliert sind zwei weitere Rollen besetzt, nämlich mit James Mason und Vanessa Redgrave.