Das Leben hat es nicht sonderlich gut gemeint mit der kurdischen Alevitin Basê, die im südtürkischen Elbistan lebt. Ihr Mann Mustafa arbeitete Zeit seines Lebens in der Fremde, um den Unterhalt der Familie zu sichern und starb schon vor langer Zeit in Saudi-Arabien bei einem Arbeitsunfall. Doch besonders vermisst Basê ihren älteren Sohn Hasan, der einst sein Elternhaus verliess, um im kurdischen Widerstand zu kämpfen. Von diesen Geschichten weiß ihr jüngerer Sohn Mehmet nicht sehr viel, als er bei den Vorbereitungen zu seinem endgültigen Umzug nach Diyarbakir auf eines der alten Tonbänder stösst, die sein Vater einst an seine Mutter sandte, da diese Analphabetin ist. Allerdings behauptet Basê, es gäbe keine Tonbänder. Als Mehmet die Suche nach den Bändern nicht aufgibt, setzt dies einen Sinneswandel bei seiner Mutter in Gang. Nach und nach beginnt sie die Wahrheit zu erzählen ...

Die als Dokumentarfilmer bekannten gewordenen Regisseure Orhan Eskiköy und Zeynel Dogan ("Türkisch für kurdische Kinder") erzählen in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama die Familiengeschichte von Zeynel Dogan, der hier auch in die Rolle des Mehmet schlüpfte. Seine Mutter Basê verkörpert die gleichnamige Protagonistin, die sich nach langem Zögern entschliesst, doch noch ihr jahrelanges Schweigen zu brechen und ihren Sohn mit der Vergangenheit zu konfrontieren. Langsam und in ruhigen Bildern in Szene gesetzt, ist dies gleichzeitig das Porträt einer ganzen Generation von Kurden, die in der Türkei über Jahrzehnte ihrer kulturellen Wurzeln beraubt wurden. "Die Stimme meines Vaters - Babamin Sesi" ist sicher ein mutiger Schritt, diese Problematik über das Kino zu erfassen und zu verarbeiten, aber dürfte deutschen Zuschauern ohne Kenntnisse der kurdisch-türkischen Frage höchstwahrscheinlich fremd bleiben.



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