Eigentlich träumt die 17-jährige Effi Briest von der großen romantischen Liebe, heiratet aber auf Anraten der Eltern den wesentlich älteren Baron Instetten, der einst ein Verehrer von Effis Mutter war. Mit ihrem Mann zieht Effi in den Ostsee-Küstenort Kessin. Für die junge Frau ist das Leben in der neuen Heimat alles andere als aufregend oder abenteuerlich. Dann taucht jedoch der Nachbar Major Crampas auf. Effi verliebt sich in den Frauenheld und beginnt mit ihm eine verhängnisvolle Affäre ...

Zweifellos ist Theodor Fontanes großes Liebes- und Ehebruchroman ein Klassiker der deutschen Literatur. Doch trotz passender Kostüme und weitestgehend stimmiger Ausstattung bietet die Verfilmung von Hermine Huntgeburth ("Die weiße Massai") über weite Strecken nur gediegene Langeweile (etwa in den langen Liebesszenen). Die Hauptdarstellerin Julia Jentsch (vor ihr spielten bereits namhafte Darstellerinnen wie Marianne Hoppe, Ruth Leuwerik, Angelica Domröse und Hanna Schygulla die Rolle) bringt die Naivität einer 17-Jährigen nicht mehr zustande und ist zumindest am Anfang fehlbesetzt. Zudem hat die Regisseurin Fontanes Geschichte zum Schlechten verändert: Denn hier geht Effi an ihrer Liebe zu Crampas und den daraus resultierenden Konsequenzen nicht zu Grunde, sondern zeigt sich trotz des sozialem Abstieg am Ende als gestärkte, selbstbewusstere Frau. Das passt nicht wirklich zur Figur und zur dargestellten Zeit. Schade! Aber ein paar gute Bilder bleiben.

Foto: Constantin