Rüdiger Vogler

Rüdiger Vogler in "Die Nonne und der Kommissar". Vergrößern
Rüdiger Vogler in "Die Nonne und der Kommissar".
Fotoquelle: SWR/Stefanie Kuhlbach
Rüdiger Vogler
Geboren: 14.05.1942 in Warthausen bei Biberach a.d. Riss, Deutschland

Das Neue Deutsche Kino war in aller Munde, als 1973 ein neuer Leinwandtyp "Alice in den Städten" begleitete: der 30-jährige Bühnenschauspieler Rüdiger Vogler spielte unter Wim Wenders seine erste Hauptrolle; einen sensiblen jungen Mann mit leicht ironischem Lächeln auf den Lippen, angenehm im Ton, verhalten, verunsichert, suchend, liebend, abweisend - ein leicht desillusionierter Anti-Held. Das sollte auch drei Jahre später in dem wohl noch bekannteren Roadmovie "Im Lauf der Zeit" so sein. Regisseur war einmal mehr Wim Wenders, dem Rüdiger Vogler bis in die Neunzigerjahre verbunden blieb, als er in drei weiteren Wenders-Filmen den tollpatschig-liebenswerten (Streuner und Detektiv) Phillip Winter gab: "Bis ans Ende der Welt" (1991), "In weiter Ferne, so nah!" (1993), "Lisbon Story" (1994). 1993 entstand "Die Gebrüder Skladanowsky", eine Geschichte über die wahren Erfinder des Kinos mit Vogler in einer Nebenrolle als Hochradfahrer.

Wenders war es denn auch, der Vogler 1971 zu seinem Kinodebüt in der Peter-Handke-Verfilmung "Die Angst des Tormannes beim Elfmeter" verhalf. Vogler, seiner Linie als Antiheld treu, spielt einen Dorfdeppen. Mit Peter Handke nähert man sich auch schon den Wurzeln des heute viel beschäftigten TV-Darstellers Vogler, der zu seinem ersten Bühnenengagement während der Schauspiel-Ausbildung in Heidelberg (1963-69) kam und während der Jahre am Frankfurter "Theater am Turm" (1966-69 und 1970-72) unter Handke-Regie in der TV-Inszenierung "Chronik der laufenden Ereignisse" (1970) seiner erste bedeutende TV-Rolle spielte. Ein Abstecher nach Nanterre/Paris ans "Téâtre des Amandiers" (1980/81) und das Salzburger Festspiel-Debüt 1982 mit dem Handke-Stück "Über die Dörfer" (Regie: Wim Wenders) sind weitere Stationen dieser Schauspiel-Karriere.

Erste internationale Filmerfahrungen sammelte Vogler, der auch in Spanien, Italien und Frankreich produziert hat, 1977 mit der Böll-Verfilmung "Gruppenbild mit Dame", in dem er neben Romy Schneider vor der Kamera stand. Wichtige Auftritte im internationalen Kino folgten mit Michel Piccoli in "Lautlose Angst" (1977) oder mit Erland Josephson 1983 in dem italienischen TV-Movie "Un caso d'Inconscienza". Inzwischen kann Rüdiger Vogler auf viele Rollen in TV-Spielen im In- und Ausland verweisen. In Berhard Sinkels Mehrteiler "Väter und Söhne" (1985) spielte er mit Burt Lancaster und Julie Christie. Nicht zu vergessen sind auch regelmäßige Auftritte in Krimis wie "Tatort - Tini" (1991), "Tatort - Bienzle und der Biedermann" (1992), "Anwalt Abel - Reiche Kunden killt man nicht (1991), "Der Alte", "Derrick", "Rosa Roth - In Liebe und Tod" (1994), "Doppelter Einsatz - Die Todfreundin" (1998), "T.E.A.M. Berlin - Der Verrat" (1999), "Die Männer vom K3 - Tödliches Spiel" (1998).

Vogler konnte trotz der Schubkraft durch die Wenders-Filme (u.a. mit der Hauptrolle als empfindsames Muttersöhnchen in "Falsche Bewegung" , 1975 mit einem Filmband in Gold für das Gesamtensemble ausgezeichnet) nicht besonders wählerisch werden. Neben einigen ambitionierten Rollen - wie die des Malers "Melzer" (1982), der sich aus Protest in eine psychiatrische Klinik zurückzieht -, gibt Vogler neben angesagen Schauspielern gerne auch in zweiter und auch dritter Reihe den eher unauffälligen, mitunter zerbrechlichen Charakter. Als Vater, der beim Anblick der verletzten Tochter die Flucht ergreift, begegnet man Vogler 1993 in "Bleib bei uns, Hellen". Mit Veronica Ferres und Herbert Knaup konnte man ihn in "Die Braut" (1999) erleben. Neben der attraktiven Christiane Paul schlüpft er für das ProSieben-Nachkriegs-Nazi-Spektakel Götterdämmerung - Morgen stirbt Berlin in die Rolle des Kommissars. Auf der Leinwand ist er 2000 in vierter Reihe in Istvan Szábos Epos "Sunshine - Ein Hauch von Sonnenschein" mit Star Ralph Fiennes zu sehen. In der geschmacklosen "Anatomie" (1999) spielt er den Mediziner und Vater von Franka Potente. Weitere Nebenrollen in dem durchweg gut besetzten Krimidrama: "Sass" (2001) und in dem Juden-Drama "Leo & Claire" (2001). Rüdiger Vogler lebt in Paris und in Mittelbuch bei Biberach an der Riss.

Weitere Filme: "Der scharlachrote Buchstabe" (1972), "Die Gräfin von Rathenow" (1973), "Falsche Bewegung" (1975), "Die linkshändige Frau" (1977) , "Letzte Liebe" (1979), "Kreutzer" (1979), "Die bleierne Zeit" (1981), "Beate und Mareile" (1981), "Bis ans Ende der Welt" (1987/91), "Machinations" (1984), "Wanda" (1984), "Der Havarist" (1984), "Die Praxis der Liebe" (1985), "Fratelli" (1985), "Tarot" (1986), "Madrid" (1987) , "Das Winterhaus" (1988), "Das Milliardenspiel", (1989), "Erdenschwer" (1989), "Night Sun" (1990), "Anna Göldin - Letzte Hexe" (1991), "Lange Gespräch mit dem Vogel", "Princesse Alexandra", "Schöne Feindin", "Arisha, der Bär und der steinerne Ring (alle 1992), "Bommels Billigflüge", "Saubere Aktien", "Tod in Miami" (alle 1993), "Hasenjagd", "Les Milles - Gefangen im Lager" (alle 1994), "Peanuts - Die Bank zahlt alles (1996), "Dr. Berg - Nur das Leben zählt" (1996), "Operation Phoenix - Jäger zwischen den Welten" (1997), "Die Schuld der Liebe" (1997), "Tigerstreifenbaby wartet auf Tarzan" (1998), "The Happiest Place on Earth" (1998), "Zehn wahnsinnige Tage" (1999), "One 4 All" (1999), "Die Zauberfrau" (1999), "Rendezvous mit dem Teufel" (1999), "Zwei Asse und ein König" (1999), "Love and Murder" (2000), "Die achte Todsünde: Gespensterjagd" (2000), "Familie und andere Glücksfälle" (2001), "Mörderinnen" (2000), "Mein langsames Leben" (2000), "Verbotene Küsse" (2001), "Tatort - Flashback" (2002), "Liebe ist die beste Medizin" (2003), "Verführung in 6 Gängen", "Colditz" (beide 2004), "Polizeiruf 110 - Die Mutter von Monte Carlo", "Drei teuflisch starke Frauen", "Die Nonne und der Kommissar", "Der Glücksritter vom Roten Meer", "Denk ich an Deutschland in der Nacht", "Gefangene der Musik" (alle 2005), "SOKO Köln: Tod einer Polizistin", "Sie ist meine Mutter", "Von einem der auszog - Wim Wenders' frühe Jahre" (alle 2006), "Was heißt hier Oma!", "Mit einem Schlag" (beide 2007), "Der Mann an ihrer Seite", "Anonyma - Eine Frau in Berlin", "Der Brief für den König", "Effi Briest" (alle 2008), "Nichts als Ärger mit den Männern", "Tierisch verliebt", "Oss 117 - Er selbst ist sich genug" (alle 2009), "Das Blaue vom Himmel", "Polizeiruf 110 - Die verlorene Tochter" (beide 2011), "Spreewaldkrimi - Eine tödliche Legende", "Anleitung zum Unglücklichsein" (beide 2012), "Rubinrot" (2013), "Die abhandene Welt" (2015).


Zur Filmografie von Rüdiger Vogler
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