Tatsächlich verändert sich das Leben von Maria Neumann (Gisela Schneeberger, Foto) "mit einem Schlag". Noch am Morgen hat sie sich fest vorgenommen ihren Mann, den Bauunternehmer Jakob Neumann, nach über 30 Jahren Ehe endlich zu verlassen, doch da bricht Jakob mit einem Schlag zusammen. Die beiden Eheleute haben alles erreicht: eine gemeinsame Tochter Janne, Wohlstand, eine angesehene Stellung in der Gesellschaft. All die Jahre hat Maria treu an der Seite ihres Mannes gestanden, ihm den Rücken gestärkt, doch die Träume von einst nach einem wilden Leben in der weiten Welt sind dabei in Vergessenheit geraten. War es das drohende Scheitern der Autobahntrasse quer durch das wunderschöne Altmühltal oder der Wechsel der Geliebten, was diesen Mann zu Fall gebracht hat? Maria weiß von alledem nichts, nur dass sie alles dransetzen wird, Jakob aus dem Koma zurückzuholen, damit sie sich von ihm bei vollem Bewusstsein trennen kann. "Wer sind sie?" will Jakob wissen, als Maria das Krankenzimmer betritt. Er ist aus dem Koma erwacht, doch alle emotionale Erinnerung scheint dahin ...

Regisseurin Vivian Naefe ("Raus ins Leben", "Wellen", "Die wilden Hühner") schickt den Zuschauer ebenso wie die Protagonisten gekonnt in ein starkes Wechselbad der Gefühle. Das schlüssige Drehbuch lieferte Christian Jeltsch ("Rote Glut", "Kommissarin Lucas - Das Verhör"), mit dem Naefe 1999 bereits die schräge Tragikomödie "Einer geht noch" verwirklichte. Stark ist jedoch vor allem das Hauptdarsteller-Gespann Schneeberger/Simonischek, das nicht nur glaubhaft agiert, sondern seine Figuren mit einer psychologischen Tiefe versieht, wie man sie selten auf dem Bildschirm erlebt.

Foto: BR/Kerstin Stelter