1963, am Stadtrand von Sarajevo. Hier ist der 16-jährige Dino dabei, allmählich erwachsen zu werden. Seine Familie, in bescheidensten Verhältnissen lebend, wird vom diktatorischen Vater "regiert". Gleich einem kommunistischen Kader bringt er Frau und Kinder auf Vordermann und traktiert sie mit marxistischen Parolen. Zum Träumen zieht sich Dino in sein Refugium auf dem Dachboden der Scheune zurück, wo auch seine Tauben hausen. Hier hat er sein erstes Liebeserlebnis mit dem Mädchen Dolly Bell. Doch die Enttäuschung über diese "große Liebe" läßt nicht lange auf sich warten: Dolly Bell ist eine Prostituierte und einem bis dahin von allen Jungen bewunderten Ex-Sträfling hörig, ihrem Zuhälter. Als auch noch Dinos Vater schwer erkrankt, gerät Dinos Welt ganz aus dem Gleichgewicht.

Nur, um ihn von den Straßengangs fernzuhalten, hatte der Vater dem 16-jährigen Emir Kusturica eine Kamera geschenkt, nicht ahnend, was er damit auslöste. Der experimentierte damit und errang einen Studienplatz an der Filmhochschule in Prag (FAMU, 1975 bis 1978). Mit seinem dort entstandenen Film "Guernica" gewann er 1978 den 1. Preis des Studenten-Filmfestivals in Karlovy Vary. Anschließend arbeitete er beim jugoslawischen Fernsehen in Sarajevo. Sein stark autobiographisch geprägtes Spielfilmdebüt "Erinnerst Du Dich an Dolly Bell?" erntete einen wahren Preisregen, darunter den Goldene Löwen in Venedig für den besten Erstlingsfilm.